Wahl in den Niederlanden 2017

Wahl in Holland Warum Wilders so viele Anhänger hat

Rechtspopulist Geert Wilders ist in Umfragen zurückgefallen. Dennoch ist es gut möglich, dass seine PVV heute die meisten Stimmen holt. Für viele Niederländer geht es um ihre Identität – und da trifft Wilders einen Nerv.
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Viele PVV-Fans sind seit langem fest entschlossen, Geert Wilders ihre Stimme zu geben. Quelle: dpa
Wahlen in den Niederlanden

Viele PVV-Fans sind seit langem fest entschlossen, Geert Wilders ihre Stimme zu geben.

(Foto: dpa)

FrankfurtLange Zeit sah es so aus, als ob die rechtspopulistische PVV von Geert Wilders die stärkste Partei im niederländischen Parlament wird. Zuletzt fiel sie in den Umfragen etwas zurück. 14 Prozent dürfte sich laut dem „Peilingwijzer“, der mehrere Umfragen zusammenfasst, holen und damit etwas weniger als die rechtsliberale VVD von Premier Mark Rutte. Allerdings waren bis kurz vor der Abstimmung viele Wahlberechtige  unentschlossen, für wen sie votieren wollen. Die Zahl der Wechselwähler ist ohnehin seit Jahren hoch.

Viele PVV-Fans dagegen sind seit langem fest entschlossen, Wilders ihre Stimme zu geben. Sie sind oftmals unzufrieden mit der Situation in den Niederlanden und stellen Einwanderung sowie die Rolle des Islams in Frage – das seien, grob gesagt, ihre wichtigsten Themen, sagt der Politologe Koen Vossen.

Genau das entspricht im Grunde Wilders‘ einzigem Programmpunkt: Der Islam gehört nicht zu den Niederlanden, es dürften keine weiteren Einwanderer in das Land. „Die Niederlande müssen wieder uns gehören“, lautet seine Parole. Das Land soll deshalb auch aus der EU austreten.

Vossen hat 2013 ein Buch über Wilders geschrieben und darin auch dessen Wähler genau analysiert. „Grundsätzlich ist das Bild, das die PVV-Wähler abgeben, ziemlich durchschnittlich.“ Geht es um das Einkommen, befinde sich die Wählergruppe ziemlich in der Mitte der Gesellschaft. „Aber die PVV-Wähler sind etwas geringer qualifiziert als der Durchschnitt und auch etwas pessimistischer eingestellt“, beobachtet Vossen.

Bert Bakker, Politikprofessor an der Universität von Amsterdam, stimmt Vossen zu: „Es gibt mehrere Gründe dafür, warum Wähler für die PVV stimmen.“ Stark verbreitet seien eine Haltung gegen den Islam und gegen Europa, erklärt Bakker. „Dabei zeigen sich Wähler, die gegen den Islam eingestellt sind, sich oft auch anti-europäisch. Dazu kommt eine Haltung gegen die Eliten – zu denen auch die Politiker gezählt werden.“ Es sei eine relativ große Gruppe, die darauf anspringe, so Bakker. Es gehe aber insgesamt mehr um ein Gefühl.

Bei diesem Gefühl spielt die Frage der Identität eine große Rolle. Die Niederlande gelten schließlich als besonders tolerantes und offenes Land. Toleranz sei noch immer prägend für das Selbstbild der meisten Niederländer, sagt Vossen. „Und viele meinen, dass man ab und zu intolerant sein muss, gerade um die Toleranz im Land zu schützen - bis hin zu der Vorstellung, dass der Islam die niederländische Kultur verdirbt.“

Allerdings dürfte die soziale und ökonomische Situation doch eine gewisse Rolle spielen. Die PVV gilt als besonders beliebt in Regionen, die sich wirtschaftlich abgehängt fühlen.  Etwa im Süden, in Limburg zum Beispiel, wo die PVV bei den letzten Wahlen bis zu 19 Prozent der Stimmen holte - dort schrumpft und altert die Bevölkerung besonders schnell, wie das Analysehaus Bureau Louter ermittelte. In der Gemeinde Kerkrade im Süden Limburgs etwa kam die PVV auf 26 Prozent.

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9 Kommentare zu "Wahl in Holland: Warum Wilders so viele Anhänger hat"

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  • ........ indem man ihnen erzählt, dass ihre eigene Religion/Partei die einzig Wahre, Gute und Richtige sei. Die andern sind ungebildet, Ungläubige im besten Falle Mitleidbedürftige, die vom Strahl der Erleuchtung noch nicht erfasst sind.
    Das tun doch alle Parteien und Glaubensgemeinschaften !
    Sonst brauchte es sie nicht zu geben als Organisation .

  • Eins ist mal klar:

    Menschen gegeneinander auszuspielen, wie es Wilders und andere Populisten tun, ist Hetze und keine "Politik".

    Und dient ausschließlich der Stärkung von deren Machtposition. Nicht etwa den Interessen der Bevölkerung.

  • Wilders hat deswegen so viele Anhänger, weil viele niederländische Bürger der Massenmigrationspolitik - und dann noch insbesondere von Muslimen- kritisch gegenüberstehen und damit nicht einverstanden sind. Die wählen zwar -noch- nicht alle rechtskonservative Parteien. Aber bei fortgesetzter Politik der Etalierten dann wohl doch. Zudem macht der PVV-Anteil den Etablierten Beine.

    Zur Religionsfreiheit: eine "Religion" mit Alleinstellungsanpsruch, welche auch die Verfolgung Andersgläubiger einschliesst, ist mit den westlichen Verfassungen nicht vereinbar. Es handelt sich wohl eher um eine Ideologie, die Ähnlichkeit mit einer deutschen Schrift aus 1924 aufweist, welche erstmals in 1925 veröffentlicht wurde.

  • @Herr Rudolf Ott, 15.03.2017, 14:04 Uhr

    "Schützt die Religionsfreiheit zwangsweise (vor) Islamkritik?"


    Für mich ist die Grenze der Religionsfreiheit da erreicht, wo ihr eigentlicher Sinn pervertiert wird.

    Das ist m.E. immer dann der Fall, wenn den Anhängern einer Religion „per Statut“ von geistlichen „Anführern“ erst die Freiheit zum Selberdenken, demzufolge das kritische Hinterfragen des „Gepredigten“ und zuletzt die Freiheit, selbstverantwortlich eigene Entscheidungen zu treffen nicht nur abgesprochen, sondern sogar systematisch "abtrainiert" wird.

    Um das so geschaffene geistige Vakuum dann zur Indoktrinierung (also für persönliche, sprich: eigennützige Zwecke) nutzen zu können.

    Zum Beispiel, indem man sich bzw. die Gläubigen bewusst aus- und abgrenzt (z.B. mit rigorosen Kleidungs"vorschriften"), und sie dazu aufstachelt, Andersdenkende zu verfolgen.

    Und vor allem, indem man ihnen erzählt, dass ihre eigene Religion die einzig Wahre, Gute und Richtige sei. Und alle Andersdenkenden, wenn nicht als „Verräter“, so doch als "minderwertig", "nicht-dazugehörend" brandmarkt.

    Das alles, um sie, frei nach dem Motto „Wir gegen alle, die nicht auf unserer – der einzig „richtigen“ - Seite stehen) zu kritiklosen Gefolgsleuten instrumentalisieren zu können. Zwecks Stützung der eigenen Machtgelüste, versteht sich.

    Dieser Missbrauch von Macht unter dem Deckmäntelchen „Religion“ ist sicherlich keine spezifische Eigenheit des Islams. Allerdings ist der Islam unter allen Religionen – vermutlich aus geopolitischen Gründen – DERZEIT offensichtlich die mit Abstand am stärksten von diesem Phänomen betroffene.

    Das hoffentlich bald überall und in Gänze Geschichte ist.

  • @Herr Rudolf Ott
    "Schützt die Religionsfreiheit zwangsweise Islamkritik? Schaut man sich in der veröffentlichten Meinung (z.B. Käsmann, Bedford-Strom, Kardinal Marx) an, so scheint es in diese Richtung zu laufen und das ist erstaunlich."

    Was die deutschen Vertreter von katholisch bis evangelisch bei uns mit den Flüchtlingen betreiben ist nichts anderes, als Action-Event-Veranstaltungen für ihre restlichen Schäflein, um wenigstens diese noch als „Märtyrer die Verfolgte retten“, belustigen zu können. Es ist eine Schande für die westliche Kirche, was da abgeht.

  • Die USA erhöhen jetzt die Zinsen. Bevor die EU-Schergen ihrer Pflicht nachkommen und die Zinsen ebenfall erhöhen, muss Europa vermutlich erst zusammenbrechen oder es zu einem Marsch des Zorns nach Brüssel kommen. Die EU-Verweser wissen genau, dass Europa ohne Subventionen noch viel früher seinen Geist aufgibt, denn dann würden auch die Italiener ganz schnell ihren Nationalstolz wiederentdecken und auf Junker und Merkel ...

  • @ Hr. Isenberg: Schützt die Religionsfreiheit zwangsweise Islamkritik? Schaut man sich in der veröffentlichten Meinung (z.B. Käsmann, Bedford-Strom, Kardinal Marx) an, so scheint es in diese Richtung zu laufen und das ist erstaunlich. In Emma Brunner-Traut (Hrsg): Die 5 Weltreligionen wird der Islam als im positiven (sic!) totalitär charakterisiert. Das Büchlein ist nicht in einem rechtsradikalen Verlag erschienen, sondern 1991 im renommierten Freiburger Herder Verlag. Auch die Frankfurter Religionswissenschaftlerin Prof. Susanne Schroeter sieht den Mainstream-Islam des Nahen Ostens keineswegs so harmlos an, wie manche Mainstream-Journalisten das gerne hätten. Immerhin hat eine dpa-Korrespondentin vor ca. 1 Jahr die Interviewaussagen von Fr. Schroeter verfälscht und dieses Interview an die AZ in Mainz verkauft. Das Blatt druckte das "Alternative-Fakten"-Interview ab. Der darauf angesprochene Redakteur der AZ meinte, man könne gekaufte Beiträge nicht auf den Wahrheitsgehalt überprüfen und sich lau für die Falslchinformation entschuldigt. Ich bin überzeugt, die schreibende Zunft hat bezüglich des Islam eine sehr selektive Wahrnehmung.

  • "Warum Wilders so viele Anhänger hat"

    Dazu auch sehr interessant:
    http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/rechtsruck_niederlande-100.html

  • Was der Professor Bert Bakker in seiner Untersuchung behauptet, ist entweder falsch ins Deutsche übersetzt oder eine schlechte Verallgemeinerung. Eventuell meint der Mann, dass Wilders Freunde Anti- Eu sind, aber nicht Anti-Europäer - das ist ein wichtiger Unterschied. Die EU ist nicht Europa, aber Europa ist auch die EU.

    Solange nicht über den Islam und seinen Gründer Mohamed in Deutschland diskutiert werden darf, und entsprechende Kommentare von fast allen Medien zensiert werden, haben wir keine demokratische Möglichkeit in Deutschland - anders als in den Niederlanden - zu verstehen, warum der Islam eine gefährliche Ideolgie ist, die den Zielen des Christentums und des humanitären Atheismus entgegen gesetzt ist und Europa ruinieren könnte.

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