Niedrige Kosten sprechen für Santiago
Als Wirtschaftsstandort erhält Chile gute Noten

Unternehmer sprechen sich für den Standort Chile aus. So schwärmt Hans-Joachim Conradi, Präsident von Beiersdorf Chile, Chile sei das wettbewerbsfähigste Land Südamerikas.

ang BUENOS AIRES. Hans-Joachim Conradi, Präsident von Beiersdorf Chile, kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, wenn er über seinen derzeitigen Standort spricht: „Chile ist das wettbewerbsfähigste Land in Südamerika was Preise, Leistungen und Qualität angeht“, meint Conradi, der seit 40 Jahren in verschiedenen Städten Südamerikas arbeitet. Die Vorteile Chiles seien das Netz von „Freihandelsabkommen, eine transparente Wirtschaftspolitik, ein stabiler Wechselkurs, niedrige Unternehmenssteuern, sozialer Friede und die gute Ausbildung der Mitarbeiter“, lobt Conradi.

All diese Vorteile machten das Land als regionalen Standort attraktiv und ließen vergessen, dass Chile mit seinen 15 Millionen Einwohnern nur ein kleiner Absatzmarkt sei. Beiersdorf hat seine Produktion in Chile in den letzten Jahren stark ausgeweitet und exportiert ein Drittel seiner Produktion in die Region.

Conradi und sein Unternehmen sind nicht die einzigen, die dem Staat im Südwesten des Kontinents gute Noten geben. In einem Ranking, mit dem die spanischsprachige Wirtschaftszeitschrift „America Economia“ alljährlich Kosten und Nutzen lateinamerikanischer Geschäftsstandorte analysiert, landet Santiago de Chile auf dem ersten Rang. Damit übertrumpft die Stadt erstmals Miami, das in den letzten drei Jahren den Spitzenplatz eingenommen hatte.

Vor allem bei den Kosten sticht Santiago hervor. In einer Skala von eins bis 100 – wobei die 100 für die Lebenshaltungskosten in New York City steht – liegt die chilenische Metropole bei 51, Miami dagegen bei 84 Punkten. Auch in punkto Sicherheit lässt Santiago Miami hinter sich und liegt weit vor den großen südamerikanischen Metropolen wie Sao Paulo, Rio de Janeiro, Buenos Aires oder Caracas.

Die beste Bewertung erhalten die Chilenen schließlich für ihren hohen Standard bei der Telekommunikation. „Die Telekom und die Dienste, die damit bereitgestellt werden, sind zweifellos besser als im Rest der Region“, sagt Luis Siles, Geschäftsführer von IBM in Chile. Das Unternehmen investierte kürzlich 17 Mill. Dollar in ein „Solution Center“ in Santiago, das lokalen Firmen und ihren lateinamerikanischen Zweigstellen Callcenter, Data-Zentren und ein Testlabor bietet.

Gelobt wird auch die Qualität der Mitarbeiter und Manager. Santiago beherbergt vier der zehn besten „Business Schools“ der Region. Die Abwanderungsrate gut ausgebildeter Kräfte ist in Chile nicht so hoch wie in anderen südamerikanischen Ländern. Chilenische Manager haben mit ihren Gehältern die gleiche Kaufkraft wie ihre Kollegen in den USA. „Professionelle Standards sind hoch in Chile“, bestätigt Alberto Sobredo, Präsident von Unilever Bestfoods Lateinamerika. Der Konzern verlegte im Juli vergangenen Jahres als bisher einziges multinationales Unternehmen sein gesamtes Lateinamerika-Hauptquartier von New Jersey nach Santiago. Zwar fliege man von Santiago aus länger nach Europa, dafür seien die Verbindungen in andere lateinamerikanische Städte besser.

„Wir bekommen Anfragen vor allem von mittelständischen Firmen aus Argentinien und Brasilien, die in Chile Repräsentanzen für Südamerika aufmachen wollen“, sagt Cornelia Sonnenberg, stellvertretende Geschäftsführerin der deutsch-chilenischen Handelskammer in Santiago. „Die Unternehmen haben in der Regel einen Stützpunkt in Brasilien und wollen in Santiago einen zweiten für die Region aufmachen, da Exporte von Brasilien aus sehr bürokratisch und kompliziert sind.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%