Nigeria-Wahl
Buhari hängt Präsidenten vorerst knapp ab

Ein knappes Ergebnis erwarten viele Nigerianer bei der Präsidentschaftswahl - ebenso wie Manipulationen. Der Herausforderer verspricht den Sieg über islamistische Gewalt von Boko Haram. Entscheidet das Thema die Wahl?
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AbujaNach der Präsidentenwahl in Nigeria liegt der muslimische Oppositionskandidat Muhammadu Buhari ersten Auszählungsergebnissen zufolge knapp in Führung. Der frühere Militärdiktator gewann zehn der ausgezählten Bundesstaaten, der christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan nur sechs, wie die staatliche Wahlkommission am Montagabend mitteilte.

Insgesamt gibt es in Nigeria 36 Bundesstaaten. Die Bekanntgabe des Endergebnisses schien sich daher auf Dienstag zu verzögern. Beobachter rechneten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen.

Unter anderem hat Buhari in dem wichtigen nördlichen Bundesstaat Kano eine deutliche Mehrheit erzielt. Den am Montagabend veröffentlichten Ergebnissen zufolge erreichte der Oppositionsführer dort fast 1,7 Millionen Stimmen mehr als der amtierende Präsident Goodluck Jonathan. Kano ist der zweitgrößte Bundesstaat des Landes nach Lagos im Süden.

Buharis Triumph in Kano war allerdings erwartet worden. Der Staat ist muslimisch geprägt und leidet besonders stark unter den Angriffen der Islamistengruppe Boko Haram. Jonathans Kritiker hatten dem Präsidenten immer wieder vorgeworfen, den Aufstand der Gruppierung nicht in den Griff zu bekommen. Es wird allerdings damit gerechnet, dass Jonathan im Südosten des Landes hohe Gewinne erzielt, was die Führung Buharis im Norden relativieren könnte. Schon im Wahlkampf hatte sich ein enges Rennen abgezeichnet.

Sollte der 72 Jahre alte frühere Militärdiktator Buhari den 57 Jahre alten Jonathan ablösen, wäre es der erste Wahlsieg der Opposition seit der Rückkehr des westafrikanischen Landes zur Demokratie im Jahr 1999. Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren in Afrikas bevölkerungsreichstem Land am Samstag zur Abstimmung aufgerufen.

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