Nigerianische Hauptstadt
Schwere Explosion erschüttert Abuja

Wieder wird Nigerias Hauptstadt von einem schweren Anschlag erschüttert. In Abuja soll in wenigen Tagen das Weltwirtschaftsforum zu Afrika stattfinden. Hochrangige Gäste sind bereits angekündigt.
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AbujaWenige Tage vor dem Beginn eines internationalen Wirtschaftsforums hat eine schwere Explosion die nigerianische Hauptstadt Abuja erschüttert und mindestens 17 Menschen in den Tod gerissen. Mindestens 19 weitere Personen wurden verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Demnach gingen zudem sechs Autos in Flammen auf. Betroffen war erneut die Gegend, in der am 14. April bei einem Bombenanschlag 75 Menschen getötet wurden.

Nach Angaben der Zeitung „Vanguard“ wurden bis zum frühen Freitagmorgen mindestens 17 Tote in die Klinik eingeliefert. Krankenwagen brächten fortlaufend weitere Todesopfer und Verletzte. Viele Angehörige versammelten sich an der Klinik.

Die Zeitung „This Day“ berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, der Sprengsatz am Donnerstagabend sei in einem Kleinwagen versteckt gewesen. Drei Männer hätten diesen abgestellt und seien anschließend fortgelaufen. Ziel waren offenbar Menschen, die unter anderem von Mai-Feierlichkeiten aus dem Stadtzentrum zurückkehrten. Auch Mitte April hatten die Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Wagen an dem belebten Ort geparkt, damals allerdings im morgendlichen Berufsverkehr.

Ein Mann sprang laut Augenzeugenberichten vor der Explosion aus dem Auto und lief weg. Ein Sicherheitsbeamter berichtete, man hätte zwei weitere Sprengvorrichtungen am Tatort gefunden.

Der Kontrollpunkt war nach dem Anschlag am 14. April aufgebaut worden. Für den Anschlag vor zweieinhalb Wochen hatte die islamistische Gruppe Boko Haram die Verantwortung übernommen. Neben den 75 Toten gab es zudem 141 Verletzte.

In Abuja soll in wenigen Tagen das Weltwirtschaftsforum zu Afrika stattfinden. An der einwöchigen Veranstaltung soll als Ehrengast auch der chinesische Regierungschef Li Keqiang teilnehmen. Noch vergangene Woche hatte Nigerias Präsident Goodluck Jonathan dem chinesischen Botschafter versichert, es werde keine Sicherheitsprobleme bei dem Gipfel geben.

Nach der Bombenexplosion forderte Jonathan, dass die Täter vor Gericht gebracht werden müssten. „Wir sollten über all das Böse triumphieren, das unsere Menschheit herabwürdigt oder unsere Entwicklung als Nation blockieren will“.

Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten. Seit 2009 verübt die Gruppe dort immer wieder schwere Anschläge, vor allem auf Kirchen und Polizeieinrichtungen. Aber auch in Abuja hatte die Gruppe schon mehrere Male zugeschlagen. Ihr Name bedeutet etwa soviel wie „westliche Bildung ist verboten“.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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