Für immer? Vielleicht doch nicht. „Guten Willen und Vertrauen vorausgesetzt, können wir bis Ende dieses Jahres die Zypernfrage lösen“, sagt der Türke Talat.
Andererseits sind seit 1974 alle Anläufe zu einer Wiedervereinigung Zyperns gescheitert. „Die Probleme sind identifiziert, die Positionen beider Seiten bekannt“, entgegnet Talat. Seit Jahren wirbt er für eine Verständigung, und er weiß die Mehrheit seiner Landsleute hinter sich. Diese stimmten schon 2004 für den Einigungsplan des damaligen Uno-Generalsekretärs Kofi Annan. Er sah Autonomie der beiden Volksgruppen unter dem Dach einer Föderation vor.
Doch die 750 000 zypriotischen Griechen verwarfen den Plan auf Betreiben des Hardliners Papadopoulos, der die Macht nicht mit Türken teilen wollte.
Dessen Nachfolger Dimitris Christofias sieht das anders. Der Grieche macht den 256 000 Inseltürken die Hoffnung auf ein Ende ihrer jahrzehntealten wirtschaftlichen und politischen Isolation. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen im türkischen Norden liegt mit knapp 9 000 Euro nur halb so hoch wie im griechischen Süden. Hinzu kommt: Käme es zu einer Vereinigung, würde sich auch für die Zyperntürken die Tür zur EU öffnen, der die Inselgriechen bereits seit dem Jahr 2004 angehören.
Auch Cemal Bulutoglulari hofft auf eine Lösung. Er führt die größte Baufirma Nordzyperns und ist Bürgermeister des türkischen Teils von Nikosia. Mit seiner griechischen Kollegin Eleni Mavrou hat er die Öffnung des neuen Übergangs an der Ledra-Straße vorbereitet. Beide treffen sich heute Morgen zu einer kurzen Zeremonie. „Dieser Übergang ist der Schlüssel zur Lösung des Zypernproblems: Ist er wieder geöffnet, kann erst unsere Stadt und dann ganz Zypern wieder zusammenwachsen“, sagt Cemal Bulutoglulari.

