Nobelpreis 2007
Friedensnobelpreis für Al Gore

Der Friedensnobelpreis 2007 geht an den ehemaligen US-Vizepräsident Al Gore. Das Nobel-Komitee in Oslo ehrt damit den Beitrag des Politikers zur Mobilisierung gegen den von Menschen verursachten Klimawandel. Allerdings muss er sich den Preis teilen.

STOCKHOLM. Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den ehemaligen US-Vizepräsident Al Gore und den UN-Klimarat IPCC. Das Nobel-Komitees in Oslo ehrt damit ihren Einsatz zur weltweiten Mobilisierung gegen eine drohende Klimakatastrophe.

Der Chef des Nobelkomitees, Ole Danbolt Mjøs, sagte bei der Bekanntgabe: „Gore und der IPCC haben schon sehr früh die Gefahren der globalen Klimaänderung erkannt. Wir möchten mit unseren Entscheidung die Aufmerksamkeit für dieses Thema weiter erhöhen.“ Gore sei jahrelang einer der „weltweit führenden Umweltschützer“ gewesen.

„Ich fühle mich zutiefst geehrt“, sagte Gore am Freitag in Washington. „Meine Frau Tipper und ich werden das gesamte Preisgeld spenden.“ Der Ex-Vizepräsident galt als einer der Hauptfavoriten auf den Preis. Für seinen Dokumentarfilm über die Gefahren der globalen Erwärmung hatte er einen Oscar bekommen.

Der UN-Klimarat hatte mit mehreren massiven Warnungen über Tempo und Umfang von Klimaänderungen weltweites Aufsehen erregt. Die Organisation mit Sitz in Genf forscht nicht selbst, sondern fasst wissenschaftliche Untersuchungen der globalen Klimaveränderung zusammen und wertet Daten aus.

Der indische IPCC-Chef Rajendra Pachauri sagte im norwegischen Fernsehen: „Ich bin völlig überwältigt. Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen.“ Er habe vor der Entscheidung aus Oslo selbst öffentlich gesagt, dass Gore ihn wie kein anderer verdient habe.

Die Wahl des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers war für das Komitee in Oslo schwieriger als gewöhnlich. Erst am Montag dieser Woche einigten sich die Komitee-Mitglieder. Normalerweise fällt die Entscheidung über die Preisträger nicht erst in der Woche der Bekanntgaben. Das Nobelkomitee in der norwegischen Hauptstadt musste unter 181 Kandidaten, davon 46 internationale Organisationen, wählen.

Gore und der Klimarat teilen sich den mit 1,1 Millionen Euro dotierten Preis je zur Hälfte. Überreicht werden die Nobelpreise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Stifter Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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