Nobelpreisträger
El Baradei gründet Partei in Ägypten

Mohammed el Baradei gründet eine neue Partei. Fünf Millionen Mitglieder solle sie einmal haben, so der Friedensnobelpreisträger. Unterdessen protestiert das Parlament gegen den Militärrat - und legt die Arbeit nieder.
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KairoDer ägyptische Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei hat eine Partei gegründet. Damit wolle er die Einheit der Ägypter wiederherstellen und die Ziele der Revolution durchsetzen, sagte der 69-Jährige am Samstag vor Hunderten Anhängern in Kairo. El Baradei, einst Spitzendiplomat im Dienste der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien, war während des Umsturzes in Ägypten das international bekannteste Gesicht der Opposition.

„Wir wollen eine echte Demokratie“, sagte El Baradei. Er hoffe, seine Partei werde einmal fünf Millionen Mitglieder haben, auch Ägypter, die im Ausland leben. „Wir wissen, dass die Entscheidung zu spät kommt, aber wir werden den Krieg am Ende gewinnen.“ El Baradei hatte seine Kandidatur für die bevorstehende Präsidentenwahl in Ägypten aus Protest gegen den herrschenden Militärrat zurückgezogen. Die Abstimmung am 23. und 24. Mai werde nicht abgehalten als Teil eines wirklichen demokratischen Systems, argumentierte er.

Das ägyptische Parlament setzt aus Protest gegen den Militärrat seine Arbeit für eine Woche aus. Diese Entscheidung sei am Sonntag getroffen worden, teilte Parlamentspräsident Saad al-Katatni in Kairo mit. Das von Islamisten dominierte Parlament verlangt seit Anfang des Jahres vom Obersten Militärrat, die von ihm eingesetzte Regierung unter Kamal al-Gansuri zu entlassen und die als Sieger aus den Parlamentswahlen hervorgegangene Partei der Muslimbrüder mit der Regierungsbildung zu beauftragen.

Die aus den Muslimbrüdern hervorgegangene Partei für Freiheit und Gerechtigkeit stellt seit den Parlamentswahlen gemeinsam mit den radikaleren Salafisten fast drei Viertel der 498 Abgeordneten im ägyptischen Parlament. Seither drängen die Muslimbrüder den herrschenden Obersten Militärrat, die Regierung Gansuri zu entlassen.

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Salafisten unterstützen gemäßigten Islamisten

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  • Die aus den Muslimbrüdern hervorgegangene Partei für Freiheit und Gerechtigkeit stellt seit den Parlamentswahlen gemeinsam mit den radikaleren Salafisten fast drei Viertel der 498 Abgeordneten im ägyptischen Parlament.
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    Mohamed el Baradei kennen sie und ich , bei uns ist er populär , leider geht es hier um Ägypten und da sieht es eben anders aus .
    Auch die Hamas ist aus den Muslimbrüder hervorgegangen , deren ziele und deren Radikalität sind uns alle bekannt .
    Warum sollte das nun in Ägypten anders sein !

    Mohamed el Baradei kommt nicht nur zu spät , es ist auch jede bemühen um Demokratie vergebens , Schade !!!

  • Ich bin da leider sehr skeptisch da die Muslimbrüder und besonders die Salafisten einen absolutistischen Anspruch erheben...Die jüngere Geschichte des Irans mahnt das man sich dort nur noch inerhalb einer Buchbandbreite bewegen darf.

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