Nobelpreisträger
Proteste in Fabrik von Muhammad Yunus

Die Textilfabrik von Muhammad Yunus wurde nach Arbeiterprotesten geschlossen. Die Beschäftigten wollten erhöhte Essensgelder, mehr Fahrgeld und Unternehmensbeteiligungen erwirken.
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DhakaEine von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gegründete Textilfabrik in Bangladesch ist nach gewaltsamen Protesten der Arbeiter geschlossen worden. Mehr als 2000 Beschäftigte hätten in der Fabrik randaliert, Fensterscheiben zerbrochen und versucht, Kartons mit Kleidung für den Export anzuzünden, sagte der Polizeichef vor Ort, Sirajul Islam. Die Geschäftsführung habe das Werk daher bis auf weiteres geschlossen. Die Arbeiter hätten eine kräftige Erhöhung ihres Essensgeldes, mehr Fahrgeld und eine Beteiligung am Unternehmen gefordert. Die Polizei ermittle, denn die Firma Grameen Knitwear nördlich der Hauptstadt Dhaka bezahle die Arbeiter besser als andere Unternehmen der Branche.

Muhammad Yunus war im Jahr 2006 für sein Engagement bei der Armutsbekämpfung in Bangladesch mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Die von ihm 1983 gegründete Grameen Bank vergibt Kleinstkredite an die Ärmsten im Land. Zudem gründete Yunus mehr als 30 Unternehmen, die den Beschäftigten faire Löhne zahlen, eine gewisse soziale Absicherung bieten sowie einen großen Teil der Gewinne reinvestieren. Für diese Firmen gewann Yunus zahlreiche ausländische Partnerunternehmen, unter ihnen Adidas, Otto oder Danone.

Yunus war Mitte Mai als Chef der Grameen Bank zurückgetreten, nachdem er den juristischen Kampf um seine Absetzung wegen seines Alters verloren hatte. Seine Anhänger vermuten hinter seiner Absetzung als Bankchef eine politische Entscheidung. Der Chef von Grameen Knitwear, Ashraful Hasan, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Arbeiterproteste hätten keinen politischen Hintergrund. Die Firma sei unter den fünf bestzahlenden Textilwerken. Einige Beschäftigte hätten trotzdem „irrationale“ Forderungen gestellt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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