Nobelpreisträgerin
Suu Kyi will trotz Verbot durch Birma reisen

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi will nächste Woche auf „Pilgerfahrt“ gehen, obwohl es ihr die Militärjunta Birmas verboten hat. Es wäre die erste Reise der Oppositionspolitikerin seit ihrer Freilassung.
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RangunBirmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi will nächste Woche erstmals seit ihrer Freilassung aus jahrelangem Hausarrest im Land verreisen. Die Politikerin werde zusammen mit ihrem Sohn Kim Aris am Montag auf „Pilgerfahrt“ nach Bagan gehen, sagte ein Mitarbeiter am Freitag.

Das Regime hat Suu Kyi vor politischer Aktivität gewarnt. „Es handelt sich nicht um eine politische Tour“, betonte ihr Sprecher Ohn Kyaing. Bagan ist eine alte Königsstadt. Die 2000 Pagoden dort ziehen jedes Jahr Tausende Touristen an.

Suu Kyis war zuletzt 2003 im Land gereist. Ihr Konvoi wurde damals von regimetreuen Schlägertrupps überfallen. Mindestens 19 Menschen kamen ums Leben. Anschließend wurde Suu Kyi wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses eingesperrt. Die Politikerin ist höchst populär. Bei ihren Auftritten kamen früher immer Tausende Menschen zusammen. Suu Kyi hatte bereits eine größere Tour für später im Juli angekündigt.

Die Regierung wird weitgehend vom Militär gestellt und gestützt. Das Innenministerium hatte kürzlich Suu Kyi in einem Schreiben erklärt, ihre Partei Nationalliga für Demokratie NLD existiere nicht mehr und jede politische Tätigkeit sei daher illegal. Die Militärjunta hatte die Partei im vergangenen Jahr aufgelöst, weil sie sich nicht an den von der Junta verordneten Wahlen beteiligen wollte.

Die NLD hat aber ihre Büros behalten und hält weiter regelmäßig Treffen ab. Die Staatspresse legte nach: „Wir sind tief besorgt, wenn Suu Kyi aufs Land fährt, weil dabei Chaos und Unruhen entstehen können, wie früher“, schrieb die Zeitung „Neues Licht von Birma“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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