Noch keine Seuchen: Verwirrung um gemeldete Cholera-Fälle in Sri Lanka

Noch keine Seuchen
Verwirrung um gemeldete Cholera-Fälle in Sri Lanka

Der Direktor einer Klinik in Sri Lanka hat die Behauptung zurückgewiesen, wonach es Fälle von Cholera auf der Insel gibt. Die Hilfsorganisation World Vision hatte zuvor von vier bestätigten Fällen gesprochen.

HB BERLIN. In einem Auffanglager für Flutopfer in der srilankischen Stadt Malle gibt es möglicherweise doch keine Fälle von Cholera. Das zuständige Krankenhaus dementierte den von einer Hilfsorganisation gemeldeten Ausbruch der Krankheit. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Agentur beruft sich auf den Direktor des Krankenhauses der Region nahe der verwüsteten Stadt Galle, C. D. Pathirage. «Wir haben momentan keine Epdidemien, und wir haben momentan keine Cholera», sagte Pathirage. Gäbe es Cholera-Fälle, wüsste man davon.

Der Gesundheitsminister des Inselstaates, Nimal Siripala de Silva, sagte der dpa am Sonntag bei einem Besuch in Galle: «Es gibt keinen einzigen bestätigten Fall von Cholera.» Anders lautende Angaben kämen von «uninformierten Menschen».

Der Sprecher der Hilfsorganisation World Vision, Sönke Weiss, hatte zuvor von vier Cholera-Fällen berichtet, die ein Arzt in Galle diagnostiziert habe. Zur Netzeitung sagte Weiss, man gehe vom «schlimmsten Szenario» aus. «Innerhalb weniger Tage können sich Hunderte, wenn nicht gar Tausende anstecken, weil die Menschen hier auf engstem Raum leben.»Pathirage hingegen sagte, man erwarte Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfekte, aber keinen Cholera-Ausbruch. Ärzte arbeiteten rund um die Uhr, um Epidemien zu verhindern.

Der Gesundheitsminister sagte, die Maßnahmen zur Verhinderung von von Epidemien seien zufrieden stellend, könnten aber angesichts des Ausmaßes der Katastrophe nicht «exzellent» sein. Man gehe davon aus, dass es nicht zum Ausbruch von Seuchen kommen werde. De Silva kündigte an, Auffanglager würden demnächst in Gegenden mit besserer Infrastruktur verlegt.

Seine Regierung habe zudem eine nationale Kampagne gestartet, um Pflegeeltern für die vielen Waisenkinder nach der Flutkatastrophe zu finden. Es würden zudem Fachkräfte geschult, um die Überlebenden der Katastrophe psychologisch zu betreuen. «Die Gesellschaft ist traumatisiert», sagte der Minister. Galle liegt etwa 120 Kilometer südlich der Hauptstadt Colombo. Dort starben tausende Menschen bei der Katastrophe.

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