Noch keine Sicherheitsgarantien
Israel blockiert Hilfstransporte

Seit 12 Tagen bomardieren israelische Kampfjets und Artillerie nun schon den Libanon. Die Angriffe gelten der Hisbollah, doch treffen sie vor allem unschuldige Menschen. Um diesen zu helfen, wollen die Vereinten Nationen Hilfsgüter in das südlibanesische Kriegsgebiet liefern. Doch Israel sperrt sich dagegen.

HB BEIRUT. Israel hat den Vereinten Nationen nach den Worten von Nothilfekoordinator Jan Egeland noch keine Garantien für den sicheren Transport der Hilfsgütern gegeben. Solange es keine sicheren Korridore gebe, könnten die Hilfsorganisationen auch nicht die „Hunderttausenden in der Stunde ihrer größten Not“ erreichen, sagte Egeland am Sonntag bei einem Besuch in Beirut. „Es ist entweder zu gefährlich, oder es ist wegen der Zerstörungen physisch unmöglich, zu ihnen zu gelangen.“ Es gebe zwar erste positive Reaktionen Israels auf die UN-Anfragen, eine endgültige Zustimmung stehe aber noch aus. Egeland kündigt an, er wolle am Montag nach Israel reisen und dort „um Gnade für die Zivilbevölkerung“ bitten.

Die israelische Armee erklärte am Sonntag, sie wolle den Transport internationaler Hilfsgüter im Libanon ermöglichen. Die Hilfe werde im Beiruter Hafen ankommen und von dort unter Aufsicht des Roten Kreuzes an Hilfszentren im ganzen Land verteilt, hieß es.

Die Zivilbevölkerung hat am stärksten unter dem seit zwölf Tagen andauernden Krieg zu leiden. Die meisten der 360 getöteten Libanesen waren Zivilisten. Nach Angaben der libanesischen Regierung sind eine halbe Million Menschen vor den Kämpfen geflohen. Viele andere sind wegen zerstörter Straßen oder Brücken von der Außenwelt abgeschnitten.

Egeland wiederholte seine Kritik an den israelischen Luftangriffen, die er als völlig überzogen bezeichnete. Nach einem Besuch in Beirut zeigte er sich erschüttert von den Folgen des Krieges. Die Zivilbevölkerung im Libanon und im Norden Israels zahle einen unangemessenen hohen Preis, erklärte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe. Er warf Israel vor, mit einer unverhältnismäßigen Reaktion auf einen Angriff der Hisbollah gegen internationales humanitäres Recht zu verstoßen.

Egeland hatte sich am Wochenden in Beirut ein Bild von der Lage gemacht. Er besuchte die am stärksten zerstörten südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt, wo die Hisbollah ihren Hauptsitz hat und die ein Schwerpunkt der Luftangriffe waren. „Ich hätte nie gedacht, dass hier Häuserblock für Häuserblock dem Erdboden gleich gemacht wird“, sagte Egeland. Er forderte ein Ende der Kämpfe und kündigte an, die Vereinten Nationen würden am Montag einen internationalen Aufruf für Hilfe für den Libanon starten.

Nur wenige Stunden nach seiner Abreise wurde das Gebiet wieder angegriffen.

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