Nördlich von Bagdad
Auf Spurensuche von Susanne Osthoff

Im Ort Tuz Khurmatu sollte die deutsche Archäologin Susanne Osthoff vor gut zwei Wochen Zwischenstation machen, nach 150 Kilometern auf der Fahrt von Bagdad ins 400 Kilometer entfernte kurdische Erbil. Doch sie kam nie an.

TUZ KHURMATU. Rechts und links der Straße ist Wüste. Wer aus Bagdad kommt und in den staubigen Ort Tuz Khurmatu einfährt, sieht als erstes einige Dutzend Plastikkanister mit Benzin neben der Straße. Auf der linken Seite wird in einer primitiven Autowerkstatt gehämmert. Im Zentrum der Kleinstadt stehen die Moschee, zwei Teehäuser und drei Schulen. Hier in Tuz sollte die deutsche Archäologin Susanne Osthoff vor gut zwei Wochen Zwischenstation machen, nach 150 Kilometern auf der Fahrt von Bagdad ins 400 Kilometer entfernte kurdische Erbil. Doch sie kam nie an.

In der Polizeistation wird bestätigt, dass Beamte vom Innenministerium da waren und in dem Fall der Deutschen ermittelt haben. Vor dem Haus stehen drei Soldaten die aggressiv beim Anblick der Kamera reagieren. Das ist im Irak unüblich weil fast jeder gern fotografiert werden möchte.

Tuz gilt als unruhiger Ort, weil sich hier drei ethnischen Gruppen nicht über den Weg trauen. Araber, Turkmenen und Kurden tragen ihren Streit mit Bombenanschlägen und Schießereien aus. Trotzdem, wenn man aus Bagdad kommt, kann man Tuz als friedlich bezeichnen.

„Alle hier sind sicher: Wenn die deutsche Frau kurz vor Tuz gekidnappt worden ist, dann hat man sie wieder nach Bagdad gebracht“, berichtet Tariy Hadi, Englischlehrer am örtlichen Gymnasium. „Hier auf dem Land um Tuz kennt jeder jeden. Das wüsste man, wenn hier eine Ausländerin versteckt wird.“ Nur eine andere Möglichkeit kann er sich vorstellen: Dass die Entführer auf der Verbindungsstraße ins 40 Kilometer entfernte Tikrit gefahren sind. „Dort in der Heimat von Saddam ist alles möglich“, sagt Tariy Hadi.

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