Nominierungsrede
Romneys Rundumschlag

In seiner vielleicht wichtigsten Rede hat Mitt Romney ein bisschen was für alle dabei, wird auch persönlich. Arbeitslose, Manager und Hausfrauen finden sich genauso wieder wie die Tea Party. Ein Durchbruch war es nicht.
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TampaMitt Romney nimmt den langen Weg auf die Bühne. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner schreitet strahlend durch die große Halle in Tampa, schüttelt Hände, hier und da gibt es eine Umarmung für seine Fans. Dann geht er zum Mikrofon. „Ich akzeptiere die Nominierung “, sagt er staatstragend. Jubel bricht aus.

Er weiß: Die Rede muss sitzen. Die aggressiven Worte seines möglichen Vizepräsidenten Paul Ryan vom Vortag, die warmherzige Rede seiner Frau – alles wäre vergessen, wenn er heute Abend nicht liefert.

An seinem großen Abend hat er an alle gedacht. Die ganzen Kritiker der vergangenen Monate, so scheint es, will er mit dieser einen Rede widerlegen. Zu unpersönlich, realitätsfern und frauenfeindlich haben sie Romney genannt. Uncharismatisch und unsicher noch dazu, ein Kandidat der Reichen, der die Mittelschicht schröpfen will.

Heute will Romney zeigen, dass all das gerade nicht ist.

Er erzählt eine rührende Geschichte von seinem Vater und wie er seiner Mutter jeden Morgen eine Rose ans Bett gestellt hat: „So hat sie festgestellt, dass mein Vater gestorben ist – sie ging ihn suchen, weil an dem Morgen keine Rose an ihrem Bett stand.“ Er zitiert seine Mutter mit den Worten: „Warum sollten Frauen weniger zu sagen haben als Männer, wenn es um die großen Entscheidungen unseres Landes geht?“ und fügt an, dass in seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts die Hälfte seiner Kabinettsmitglieder Frauen waren. Damit will er bei jenen Frauen punkten, die bei Fragen wie Abtreibung und Verhütung von den radikalen Ansichten seiner Partei abgeschreckt wurden. 

Seite 1:

Romneys Rundumschlag

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Klares Signal an die Parteibasis

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  • Was Romney will?
    Via Reagonomics den Karren noch tiefer in den Dreck fahren.
    Einmal reicht nicht, zweimal auch nicht: so etwas muß man zum "Programm" erheben.

    Wie Romney die sozialen Spannungen, die dabei unweigerlich auftreten werden, abfedern will, das verrät er vorsichtshalber nicht.

  • Natürlich ist es ja nicht relevant, dass gerade ein republikanischer Vorgänger Obamas, die USA in diese Lage noch tiefer gebracht hat.
    Durch die selben Mittel soll nun dieser Tollpatsch Alles wieder gut machen ?

  • Habe mir gestern 1 Minute dieses Affentheater im Fernsehen angesehen.
    Das zeigt mir eindeutig - die Menschen sind wie gehirngewaschene Schafe.
    Sie brauchen es belogen und verarscht zu werden.
    ARMSELIG GEHT DIE WELT ZUGRUNDE !!!!!!!!

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