Nord Stream
Bau der Ostsee-Gaspipeline vor dem Aus

Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat angesichts der andauernden Kritik einiger EU-Staaten den Bau der Ostsee-Gaspipeline in Frage gestellt. Wenn Europa nicht so viel Gas brauche, wie von Russland angeboten, „werden wir diese Leitung nicht bauen“, sagte Putin.

HB MOSKAU. Wie die Agentur Interfax meldete, ließ Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit dem finnischen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen in Moskau offen, ob Russland angesichts der Finanzkrise selbst ernsthaft einen Baustopp für das mehr als sieben Mrd. Euro teure Projekt erwägt.

Anstelle der Ostsee-Pipeline könne Russland nach den Worten Putins auch neue Flüssiggas-Anlagen bauen und das Gas dann per Tanker transportieren. „Das wäre aber teurer“, fügte der Regierungschef hinzu. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Gazprom, Vize-Regierungschef Viktor Subkow, teilte am Mittwochabend mit, der Konzern habe keine Pläne, mittel- oder langfristige Investitionsprojekte zu stoppen.

Durch die Gaspipeline sollen von 2011 an jährlich 55 Mrd. Kubikmeter Gas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland gepumpt werden. An dem Pipeline-Konsortium sind neben dem russischen Staatskonzern Gazprom als Mehrheitseigner auch die deutschen Energiekonzerne Eon und BASF beteiligt. In Schweden, Polen sowie dem Baltikum gibt es massive Kritik an dem Vorhaben. Während die Schweden Sicherheits- und Umweltbedenken geltend machen, fürchten Polen und Balten, im Konfliktfall von russischen Gaslieferungen abgekoppelt zu werden. An der Spitze des Aufsichtsrats des Betreiberkonsortiums Nord Stream steht Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

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