Nord-Süd-Konflikt
USA schicken Tarnkappenbomber nach Südkorea

Die Spannungen nehmen zu. Nordkorea kappte gestern die militärische Leitung. Die USA schicken zur „Abschreckung“ atomwaffenfähige Tarnkappenbomber nach Seoul. Trotzdem dürfen Südkoreaner weiter in Nordkorea einreisen.
  • 8

SeoulInmitten zunehmender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben die USA am Donnerstag zwei atomwaffenfähige Tarnkappenbomber vom Typ B-2 nach Südkorea entsandt. Die Maschinen starteten vom Luftwaffenstützpunkt Whiteman im Bundesstaat Missouri und warfen über einem militärischen Übungsgelände in Südkorea Munitionsattrappen ab, wie die US-Armee mitteilte. Die Flüge sollten demnach der „Abschreckung“ dienen. Die Übung zeige „die Fähigkeit der USA, schnell und nach Belieben zielgenaue Langstreckenangriffe zu fliegen“.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten zuletzt deutlich zugenommen, nachdem Pjöngjang als Reaktion auf die Verschärfung von UN-Sanktionen nach einem dritten unterirdischen Atomtest den Nichtangriffspakt mit Südkorea aufgekündigt hatte. Zuvor hatte Nordkorea den USA bereits mit einem atomaren Erstschlag gedroht.

Die USA und Südkorea vereinbarten am vergangenen Freitag eine verstärkte militärische Zusammenarbeit. Die US-Regierung verpflichtete sich, Südkorea bei Provokationen militärisch beizustehen. In einem Telefonat mit seinem südkoreanischen Kollegen Kim Kwan Jin bekräftigte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel am Mittwoch das Versprechen.

Grenzen sind noch geöffnet

Trotz wachsender Spannungen im Verhältnis zu Südkorea lässt Nordkorea weiter Pendler aus dem Nachbarland einreisen. Tag für Tag kommen Hunderte Südkoreaner zum Arbeiten in den gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. Rund 400 Südkoreaner hätten am Donnerstagvormittag (Ortszeit) ohne größere Probleme die Grenze überschreiten können, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul.

Begleitet von neuen Kriegsdrohungen hatte Nordkorea am Mittwoch die einzige militärische Kommunikationsleitung zum Süden gekappt, die zuletzt noch genutzt wurde. Über diese Leitung wurde per Telefon unter anderem die Anzahl der ein- und ausreisenden Südkoreaner durchgegeben. Beobachter vermuten, dass Nordkorea vorerst den Betrieb in dem Industriepark aufrechterhalten wolle. Das Projekt ist eine wichtige Devisenquelle für Nordkorea.

Das Kappen der Leitung erfolgte nach immer neuen militärischen Drohungen des kommunistischen Landes gegen Südkorea und die USA in den vergangenen Wochen. Pjöngjang reagiert damit auf die Ausweitung von UN-Sanktionen - nach einem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar - und jährliche südkoreanisch-amerikanische Militärübungen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nord-Süd-Konflikt: USA schicken Tarnkappenbomber nach Südkorea"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • nach den uns vorliegenden Informatiuonen handelt es sich bei der Regierung von Nordkorea um Loobkyisten der amerikanischen Rüstungeindustrie.

  • Wenns krachen sollte wird es ein kurzes Schauspiel werden. Man erinnere sich nur an Saddam Hussein, der mit gezogenem Säbel gegen die USA wetterte...

    @Karl: solche Gelegenheiten eignen sich ideal zum Austesten von Waffen, die dann als war approved besser verkauft/exportiert werden können. Für die Bush-Familie haben sich die Irak-Kriege damals z.B. deswegen gelohnt, weil die nach ihren Amtszeiten höchstbezahlte Pseudo-"Jobs" in der Waffenindustrie bekommen haben.

  • Gute Sache !
    Die müsste in diesem Fall allerdings von den Sozialisten aus Nord Korea kommen .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%