Nord- und Südkorea Kim Jong Un lauscht südkoreanischen Popmusikern

Das erste mal seit 13 Jahren traten südkoreanische Künstler in Nordkorea auf. Staatschef Kim Jong Un zeigte sich nach dem Konzert „tief bewegt.“
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Ende der Feindschaft? Kim Jong Un besucht Konzert in Südkorea

Ende der Feindschaft? Kim Jong Un besucht Konzert in Südkorea

Seoul/PjöngjangDer nordkoreanische Führer Kim Jong Un hat sich einen Auftritt südkoreanischer Popstars in seiner Hauptstadt nicht entgehen lassen. Der Parteichef und seine Frau Ri Sol Ju hätten am Sonntag persönlich ein Konzert von K-Popsängern im Großen Theater von Ost-Pjöngjang angehört, meldete ein südkoreanischer Medienpool.

Es war der erste Auftritt südkoreanischer Popmusiker in Pjöngjang seit 13 Jahren. Kim habe den Künstlern Beifall gespendet, sie per Handschlag begrüßt und mit ihnen nach dem Auftritt für Fotos posiert. „Ich danke Ihnen für dieses Geschenk an die Bürger Pjöngjangs“, sagte er. Berichten nordkoreanischer Staatsmedien zu Folge zeigte sich der Staatschef „tief bewegt“.

Das Konzert im Großen Theater im Osten Pjöngjangs am Sonntagabend habe sein Verständnis der Populär-Kunst auf südlicher Seite vertieft, wurde der Diktator am Montag zitiert. Der Besuch der Sänger und Gruppen aus Südkorea sei „eine bedeutende Gelegenheit, die Einheit der Nation zu demonstrieren“. Die Zuschauer hätten „enthusiastisch“ gejubelt, als Kim mit dem südkoreanischen Kulturminister Do Jong Hwan und anderen Gästen in der Galerie erschienen sei, hieß es. Bilder südkoreanischer Medien zeigten, wie der in einem dunklen Mao-Anzug gekleidete Kim klatschte und der Menge zuwinkte.

Die 120 Mitglieder starke Künstlerdelegation war am Samstag in Nordkorea eingetroffen. Zu ihr gehören K-Popgröße Cho Yong Pil und die Girlgroup Red Velvet („Russian Roulette“, „Rookie“), aber auch Regierungsvertreter, Journalisten und ein Taekwondo-Team. Begrüßt wurden sie von Hyon Song Wol, der charismatischen Anführerin der von Staatschef Kim handverlesenen nordkoreanischen Girlgroup Moranbong.

Ob Kim den Auftritt der Südkoreaner selbst verfolgen würde, war zunächst offen geblieben. Das Konzert am Sonntag besuchten dann auch Kims Schwester Kim Jo Jong, der nominelle Staatschef Kim Yong Nam und weitere Spitzenfunktionäre, wie die südkoreanischen Medien meldeten.

Kim Jong Un selbst sagte dem Bericht zufolge, ursprünglich habe er zu dem zweiten, für Dienstag geplanten Konzert kommen wollen, dann aber seinen Terminplan geändert. Es solle häufig kultur- und Kunstvorführungen geben, sagte er den südkoreanischen Künstlern. Sie sollten Südkoreas Präsident Moon Jae In sagen, dass es eine ähnliche Veranstaltung im Herbst in Seoul geben solle. Moon hatte während der Olympischen Winterspiele in Südkorea einen Auftritt nordkoreanischer Künstler verfolgt.

In knapp vier Wochen wollen Kim und Moon im Grenzort Panmunjom zusammenkommen. Dabei dürfte das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Hauptrolle spielen.

Das Konzert kam als Folge der Annäherung beider Länder seit Anfang des Jahres zustande. Die südkoreanische Delegation, die am Samstag angereist war, umfasst neben in Südkorea gefeierten Popstars (K-Pop) auch Regierungsvertreter und ein Taekwondo-Showteam.

Mit den Auftritten der Musiker, die am Dienstag in der nordkoreanischen Hauptstadt ein weiteres Konzert geben, setzen beide Länder den Kulturaustausch fort, den sie bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Februar wieder aufgenommen hatten. Nordkorea hatte für das Rahmenprogramm der Spiele unter anderem ein großes Ensemble mit Sängern, Tänzern und Instrumentalisten geschickt.

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  • ap
  • dpa
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