Nordirak
Kurden drängen IS zurück

Ein Triumph gegen die Terrormiliz Islamischer Staat: Kurdentruppen öffnen den Weg ins Sindschar-Gebirge und können auch die gleichnamige Stadt zurückerobern. Doch für viele kommt die Rettung zu spät.
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Kobane/ErbilNach der Befreiung des Sindschar-Gebirges im Nordirak sind Peschmerga-Kämpfer auf ein Massengrab mit den Überresten von rund 70 Menschen gestoßen. Nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw vom Samstag soll es sich um von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötete Jesiden handeln. Die IS-Miliz hatte seit August Tausende Flüchtlinge der religiösen Minderheit im Sindschar-Gebirge eingekesselt.

Die Peschmerga hatten in einer Offensive am Donnerstag IS-Stellungen in dem Hochplateau angegriffen. Dabei gelang es ihnen, einen Korridor zum Sindschar-Höhenzug frei zu schlagen. Rudaw zufolge rückten die Peschmerga am Samstagnachmittag bis in die zuvor vom IS beherrschte Stadt Sindschar südlich des gleichnamigen Gebirges ein. Der arabische Fernsehsender Al-Arabija berichtete, Sindschar sei bereits komplett zurückerobert worden.

Von der Stadt aus hatten die Dschihadisten im Sommer Zehntausende Jesiden in die Berge getrieben. Viele konnten nach Wochen der Hungersnot gerettet werden, zuletzt befanden sich noch rund 9000 Flüchtlinge im Gebirge.

Auch im nordsyrischen Kobane verkündeten kurdische Kämpfer Erfolge. Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) hätten einen seit Freitagabend andauernden Angriff des IS abgewehrt und 26 IS-Milizionäre getötet, berichtete Rudaw. Sieben weitere Dschihadisten seien anschließend bei einem Gegenangriff an der Ostfront der belagerten Stadt getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung der Zahlen gab es zunächst nicht.

Kobane wird seit Mitte September von der Sunnitenmiliz IS eingekesselt, die in Teilen Syriens und des Iraks ein „Kalifat“ ausgerufen hat. Syrische Kurden verteidigen die Stadt erbittert. Seit Ende Oktober werden sie von Einheiten der nordirakischen Kurdentruppe Peschmerga unterstützt, die über die Türkei nach Syrien gelangten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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