Nordkorea entlässt US-Geiseln
Zurück nach Hause mit dem Geheimdienstchef

Nordkorea lenkt ein und lässt auch die letzten im Land festgehaltenen US-Bürger frei. Die USA erreichen das mit einem ungewöhnlichen Schritt: Der Geheimdienstchef kümmert sich persönlich darum.
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Washington/PjöngjangNordkorea hat die beiden letzten im Land inhaftierten US-Amerikaner in ihre Heimat ausreisen lassen. Das kommunistische Regime stimmte ihrer Freilassung zu, nachdem der US-Geheimdienstchef James Clapper sich persönlich in Pjöngjang dafür eingesetzt hatte. Über mögliche Gegenleistungen der USA wurde nichts bekannt.

Clapper begleitete die beiden US-Bürger Kenneth Bae und Matthew Todd Miller auf ihrem Heimflug. Die drei seien in der Nacht zum Sonntag um 06.15 Uhr MEZ auf dem Stützpunkt Lewis-McChord im US-Staat Washington gelandet, teilte ein Regierungssprecher in der Hauptstadt Washington mit.

„Ich möchte einfach nur allen meinen Dank sagen, dass sie mich während dieser Zeit unterstützt und an meiner Seite gestanden haben“, sagte Bae nach seiner Rückkehr im Fernsehen. Der 45-jährige Missionar und Fremdenführer koreanischer Abstammung war seit November 2012 in Nordkorea festgehalten worden. Im April 2013 wurde er wegen „feindlicher Handlungen“ zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt.

Der 24-jährige Kalifornier Miller war als Tourist nach Nordkorea gereist, im April festgenommen und dann wegen Spionage zu sechs Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, sein Visum zerrissen und um Asyl gebeten zu haben - mit der Absicht, im Gefängnis zu landen und dort Informationen über Menschenrechtsverletzungen zu sammeln.

Geheimdienstchef Clapper war dem Sender CNN zufolge als Gesandter des US-Präsidenten Barack Obama nach Pjöngjang gereist - ein ungewöhnlicher Schritt. Obama sagte am Samstag, er sei dankbar für die Rückkehr der beiden US-Bürger. Die Verhandlungen über ihre Freilassung seien eine schwierige Aufgabe gewesen

Erst vor wenigen Wochen hatte Nordkorea einen anderen US-Bürger, Jeffrey Fowle, nach fünf Monaten Gefangenschaft heimreisen lassen. Nach US-Informationen befinden sich damit keine Amerikaner mehr in nordkoreanischem Gewahrsam. Südkorea begrüßte die Freilassung der beiden Amerikaner und rief Nordkorea auf, nun auch den inhaftierten südkoreanischen Missionar Kim Jeong-wook freizulassen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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