Nordkorea
Japan und China wollen Stabilität sichern

Die Beziehungen zwischen den Regionalmächten Japan und China sind angespannt. Dennoch ist Japans Regierungschef an Sonntag zu einem Besuch in der Volksrepublik eingetroffen. Anlass ist der Machtwechsel in Nordkorea.
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PekingAngesichts der sich ändernden Machtverhältnisse in Nordkorea will Japan mit China enger zusammenarbeiten. Der japanische Regierungschef Yoshihiko Noda traf am Sonntag zu seinem ersten Besuch seit seinem Amtsantritt in Peking ein, wo nach Angaben der japanischen Botschaft Gespräche mit Staatschef Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao angesetzt sind. „Ich würde gerne Gespräche mit dem Ziel führen, die strategisch für beide Seiten vorteilhaften Beziehungen zu vertiefen“, sagte Noda vor seiner Abreise in Tokio. China und Japan sollten eng zusammenarbeiten, „um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel“ zu wahren.

Die Beziehungen zwischen den beiden Regionalmächten sind wegen zahlreicher territorialer Streitigkeiten und der sich ausdehnenden Einflussspähre der chinesischen Seestreitkräfte belastet. Als einziger Verbündeter des kommunistischen Nordkorea hat China nach Einschätzung von Experten jedoch die Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der nordkoreanischen Außenpolitik. Unter dem vor einer Woche gestorbenen Machthaber Kim Jong Il trieb das international isolierte Land aggressiv sein Atomwaffenprogramm voran.

Zum Nachfolger Kim Jong Un, dem dritten Sohn des verstorbenen Machthabers, hat Japan nach Einschätzung der Experten kaum Verbindungen. In Pjöngjang wurde Kim Jong Un, der jünger als 30 sein soll, von den Staatsmedien am Samstag erstmals als „Oberbefehlshaber“ der Armee bezeichnet, womit dessen Machtübernahme weiter vorangetrieben wurde. Für den 28. Dezember ist die Beisetzung seines Vaters geplant.

Am Sonntag ausgestrahlte Fernsehbilder zeigten Kim Jong Un zusammen mit anderen ranghohen Armeeangehörigen vor dem Glassarg des Vaters. Unter ihnen war auch Kim Jong Uns Onkel Jang Song Thaek, der eine Uniform trug. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap war es das erste Mal, dass Jang in Uniform öffentlich auftrat - was Spekulationen nährte, er sei nach dem Tod Kims zum General ernannt worden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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