Nordkorea: Kim Jong Il bereitet Machtwechsel vor

Nordkorea
Kim Jong Il bereitet Machtwechsel vor

In der abgeschotteten Militärdiktatur bahnt sich möglicherweise ein Machtwechsel an. Medienberichten zufolge will die regierende Arbeiterpartei Nordkoreas ein neues Führungsgremium wählen. Militärführer Kim Jong Il könnte die Macht an seinen Sohn abgeben. Unklar ist, ob dies für das bettelarme Land, das sich die viertgrößte Armee der Welt hält, politisches Tauwetter bedeutet.
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ke/HB PJÖNGJANG/TOKIO. Lange wurde über den Zeitpunkt gerätselt, wurde sogar angenommen, dass er erst nach dem Ereignis bekannt gegeben würde: Nun steht der Tag, an dem Nordkorea seinen ersten Parteikongress seit dreißig Jahren abhält, doch offiziell fest - und er liegt in der Zukunft. Nächste Woche, am 28. September, soll das Führungsgremium des diktatorisch geführten Landes zusammen kommen. Sein Ziel: Der Kongress wird voraussichtlich die langsame Machtübergabe von Präsident Kim Jong Il (68) auf seinen Sohn beschließen.

Der Kongress wird in der Hauptstadt Pyongyang statt finden, um „seine höchste Führerfigur“ zu wählen, berichtet die offizielle Koreanische Zentralnachrichtenagentur KCNA. Kim, der schwer krank sein und mehrere Schlaganfälle erlitten haben soll, werde dort als Delegierter auftreten. Er selbst war auf dem letzten Kongress der Partei 1980 als Nachfolger seines Vaters Kim Il Sung öffentlich ausgerufen worden. Nach dessen Tod übernahm er 1994 das Ruder in dem kommunistischen Land.

Nachfolger von Kim soll nun aller Voraussicht nach sein jüngster Sohn werden, Kim Jong Un. So berichten es japanische und südkoreanische Medien. Es wird erwartet, dass ihm auf dem Kongress als erster Schritt ein einflussreicher Posten in der Partei zugesprochen werden wird. Über Kim Jong Ul gibt es wenige gesicherte Informationen. Er soll Ende 20 sein und zeitweilig die Internationale Schule von Bern in der Schweiz besucht haben. Fotos, die unbestritten ihn zeigen, gibt es keine.

Jede Art von Machtverschiebung innerhalb von Nordkorea wird von China und den USA, der Schutzmacht Südkoreas, mit Argusaugen verfolgt. Nordkorea ist mit seiner Atomwaffenentwicklung ein instabiles Element in einer von vielfältigen Spannungen geprägten Region. Hintergrund der seltenen Parteitagung ist der angeschlagene Gesundheitszustand von Kim Jong Il. Er soll vor gut zwei Jahren einen Schlaganfall erlitten haben.

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