Nordkorea: Kim Jong Nam wollte offenbar ins Disneyland

Nordkorea
Die abgeschottete Herrscherdynastie

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Kim Jong Nam wollte offenbar ins Disneyland

Kims anderer Bruder Kim Jong Chul und seine ältere Halbschwester Kim Sul Song sollen ebenfalls Mitglieder der kommunistischen Partei sein und dort einen guten Stand haben.

Bei Kim Jong Nam jedoch soll die Sachlage seit langem problematischer gewesen sein. Ehe sich Kim Jong Un als der klare Erbe seines Vaters herausschälte, galt sein Halbbruder einigen Beobachtern im Ausland als der mögliche Führer der neuen Generation in Nordkorea. Allerdings soll Kim Jong Nam in Ungnade gefallen sein, als er im Jahr 2001 an einem Flughafen in Japan erwischt wurde. Der junge Mann wollte dem Vernehmen nach zum Disneyland in Tokio. 

Jahrelang lebte Kim Jong Nam außerhalb Nordkoreas. Er hat zudem einen Sohn, der in Frankreich studierte. Doch sind nur wenige solide Fakten über seine Person erhältlich. Er hatte sich sporadisch öffentlich geäußert und angedeutet, dass das Land Reformen brauche, um zu überleben. Zudem stellte er die Erbfolgeherrschaft in Nordkorea infrage. Zugleich deutete er an, dass er kein Verlangen nach der Macht seines Halbbruders hatte.

Das Tatmotiv für den Mord an Kim Jong Nam bleibt trotz alledem eines von vielen Rätseln rund um die Herrscherdynastie Nordkoreas. Und zu diesen gehört natürlich auch der Machthaber selbst. In den Medien im Land ist er zwar dauerpräsent, doch weiß niemand sicher, ob Kim Jong Un Kinder hat. Es wird vermutet, dass er mindestens eine Tochter hat. Viele andere biografische Daten zu Kim sind allenfalls schemenhaft. Wenn man nordkoreanische Regierungsvertreter auf die Lücken anspricht, kommt regelmäßig als Antwort, dass der junge Machthaber viel zu demütig sei, um so viel Aufmerksamkeit zu wollen.

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Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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