Nordkorea Kim Jong Un hat 70 Funktionäre aus dem Weg geräumt

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un räumt in der alten Führungsriege auf. Bislang ließ er bereits 70 Funktionäre hinrichten. Das Gewaltpotenzial des jungen Herrschers übersteigt sogar das seines Vaters.
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Klein, dick und freundlich? Letzteres dürfte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht sein. Der junge Herrscher hat bereits 70 Funktionäre hinrichten lassen. Quelle: Reuters
Kim Jon Un

Klein, dick und freundlich? Letzteres dürfte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht sein. Der junge Herrscher hat bereits 70 Funktionäre hinrichten lassen.

(Foto: Reuters)

SeoulNordkoreas junger Diktator Kim Jong Un hat südkoreanischen Angaben zufolge seit seinem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren rund 70 Funktionäre seines Landes hinrichten lassen. Das sagte der südkoreanische Außenminister Yun Byung Se am Donnerstag auf einem Forum in Seoul. Kims Gangart sei härter als der Führungsstil seines Vaters Kim Jong Il, der während seiner ersten Jahre an der Macht rund zehn Menschen exekutieren ließ. Kim hatte das Amt Ende 2011 angetreten, nachdem sein Vater gestorben war.

Yun sagte, Kims „Terrorherrschaft“ sorge in beträchtlichem Maße dafür, dass Nordkoreaner, die im Ausland arbeiteten, in den Süden der koreanischen Halbinsel überliefen. Woher die Informationen stammten, sagte er nicht. Ein Mitarbeiter des südkoreanischen Geheimdienstes bestätigte, dass der jüngere Kim knapp 70 Funktionäre hinrichten lassen habe.

Grausamer Gipfelstürmer
Der höchste Berg Nordkoreas
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Nach Berichten von Staatsmedien hat der kommunistische Diktator Nordkoreas, Kim Jong-Un, am Wochenende den höchsten Berg Nordkoreas erklommen. Der Paektusan ist ein rund 2750 Meter hoher aktiver Vulkan. Er liegt an der Grenze zu China in der Mandschurei. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1903, seitdem gilt der Vulkan als ruhend.

„Kräftiger als alle Atomwaffen“
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Der nordkoreanische Diktator ließ sich dabei von Kampfpiloten der Volksarmee begleiten. „Den Paektu zu besteigen, liefert kostbare Geistesnahrung, die kräftiger ist als alle Atomwaffen“, wird Kim Jong-Un von den nordkoreanischen Staatsmedien zitiert. Seit 2012 bezeichnet sich das Land selbst als „Atommacht“. Insgesamt drei Atomwaffentests soll Nordkorea seit 2006 durchgeführt haben. Gleichzeitig gilt die Bevölkerung als dramatisch unterernährt.

Heiliger Berg
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Der Paektusan hat in Nordkorea eine mythologische Bedeutung. Von hier aus soll Staatsgründer Kim Il-Sung den militärischen Unabhängigkeitskampf gegen Japan organisiert haben. In der nordkoreanischen Propaganda wird der Berg darum als „heiliger Berg“ stilisiert – im Ausland ist der Gründungsmythos jedoch umstritten.. Auf seinem Weg auf den Gipfel des Paektusan besuchte Diktator Kim auch historische Schlachtfelder.

Verrückter Personenkult
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Um die Familie Kim herrscht in Nordkorea ein fast religiöser Personenkult. Kim Jong-Uns Vater Kim Jong-Il wurden nahezu übermenschliche Kräfte nachgesagt. So soll er Kampfflugzeuge gesteuert und Opern komponiert haben. Bei seiner ersten Partie Golf sollen ihm gleich fünf Hole-In-Ones hintereinander gelungen sein, so die Legende – das ist bisher noch niemandem gelungen.

Auf den Spuren des Vaters
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Nach nordkoreanischer „Sage“ war die Reise auf den Gipfel des Paektusan auch so etwas wie Ahnenforschung: Glaubt man der Staatspropaganda, wurde Kims Vater Kim Jong-Il am Fuße des Bergs geboren, wo sich nach seiner Geburt angeblich unmittelbar ein Stern sowie ein doppelter Regenbogen am Himmel bildeten.

Eigentlich aus Sibirien
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Westliche Quellen gehen allerdings davon aus, dass die Geschichte weit weniger spektakulär ablief. Demzufolge sei Kim Jong-Il in einem sowjetischen Ausbildungslager in Sibirien geboren worden, von wo aus sein Vater Kim Il-Sung den Kampf um die Unabhängigkeit Koreas vom Japanischen Kaiserreich während des Zweiten Weltkriegs führte.

Der jüngste Staatschef der Welt
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Auch Kim Jong-Un werden immer wieder bedeutende sportliche Erfolge nachgesagt – allerdings nur in Nordkorea. Im Rest der Welt wird der Diktator häufig verspottet. Ende 2014 wurde die Terrorherrschaft des Despoten in der Hollywood-Komödie „The Interview“ parodiert. Außerdem wählte das amerikanische Satiremagazin „The Onion“ Kim Jong-Un zum „Sexiest Man Alive“ – woraufhin chinesische Medien dem Diktator gratulierten. Kim Jong-Un ist mit vermutlich 32 Jahren der jüngste Staatschef der Welt.

Der nordkoreanische Machthaber hat wichtige Mitglieder der alten Garde seines Vaters aus der Führungsriege in Pjöngjang entfernen lassen. Die spektakulärste Exekution war diejenige seines Onkels Jang Song Thaek wegen angeblichen Landesverrats im Jahr 2013. Er galt als zweitmächtigster Mann Nordkoreas. Im Mai enthüllte der südkoreanische Geheimdienst Informationen, wonach Kim auch die Hinrichtung seines Verteidigungschefs Hyon Yong Chol mit einem Flugabwehrgeschütz befohlen habe – weil dieser sich über den jungen Regenten beschwert, schlecht über ihn geredet und während eines Treffens geschlafen habe.

Laut Expertenmeinung versucht Kim seine Führungsposition durch solche Exekutionen zu festigen. Die Kim-Dynastie regiert seit 1948 über Nordkorea. Das Land ist so gut wie vollkommen abgeschottet von der Außenwelt, wodurch auch Informationen der Geheimdienste nahezu niemals zu bestätigen sind.

  • ap
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  • Quellenangaben der Informationen wären nicht schlecht, sonst glaubt man das inzwischen nicht mehr!

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