Nordkorea
Kim Jong Un plant luxuriöses Skiresort

Nordkorea soll zum Wintersportland werden. So jedenfalls stellt es sich die nordkoreanische Führung vor. An der Ostküste entsteht deshalb ein Luxus-Skiresort: mit Hotels, Pisten – und einem großen Problem.
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Genf/SeoulSeitdem klar ist, dass Südkorea die olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang ausrichten wird, zeigt auch das Regime von Kim Jong Un in Nordkorea Interesse am Wintersport. Am Berg Masik, rund 20 Kilometer entfernt von der Ostküstenstadt Wonsan, wird seit gut einem Jahr kräftig an einem luxuriösen Skiresort gebaut, das in diesen Tagen eingeweiht werden soll.

Im Oktober 2012 war Bernhard Seliger, der Leiter des Seouler Büros der Hanns-Seidel Stiftung, auf der Baustelle. Sein Fazit: „Kein besonderes Skigebiet“, er habe nur seichte Abfahrten gesehen. „Die Pläne die es dazu gibt sind wirtschaftlich illusorisch“, lautet die Einschätzung des Ökonomen. Er erinnert sich an Gespräche mit Offiziellen in Nordkorea, die von tausenden Wintersportlern ausgehen und von Einnahmen von bis zu 65 Millionen Dollar pro Jahr.

Die Seilbahn zur Piste sollte aus Europa kommen. „Die Anfrage erreichte uns vor knapp einem Jahr“, erklärte Ekkehard Assmann, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des österreichischen Seilbahnfabrikanten Doppelmayr Seilbahnen GmbH am Bodensee. Aus politischen Gründen habe man sich jedoch gegen eine Lieferung entschieden.

Im verarmten Nordkorea hungert die Bevölkerung, während das Militär nach Schätzungen des US-Außenministerium rund ein Viertel des Bruttonationaleinkommens verschlingt. Weil Nordkorea Langstreckenraketen baut und atomar aufrüstet unterliegt das Land internationalen Handelssanktionen.

Als neutraler Staat werde die Schweiz trotzdem einen Skilift liefern, habe Pjöngjang wohl angenommen, spekulierte die Zeitung „Washington Post“ vor wenigen Tagen. Denn was als Luxusgut gilt und nicht exportiert werden darf, kann Auslegungssache sein. Und tatsächlich sah es auch erst so aus als liefere ein Schweizer Unternehmen nach Nordkorea.

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  • @ Maximilian. So einen Käse kann wirklich nur ein ideologieverbohrter Bayer von sich geben. :-) Bleib' Du bei Deinen Amigos von der CSU - da ist die Welt noch in Ordnung.

  • Danke für die freundliche Propaganda, ähh Information, die offensichtlich aus der nordkoreanischen Botschaft stammt.

    Füttert eure unterdrückte, hungende Bevölkerung!

  • Dieses Exportverbot ist großer Fehler:
    1. werden Arbeitsplätze beim Hersteller und vor Ort in NK NICHT geschaffen
    2. hätte man damit die Öffnung NK unterstützt. Wenn mehr Touristen dorthin reisen, führt das zwangsläufig zu einer Öffnung NKs
    3. Überhaupt drängt sich einem der Verdacht auf, dass NK häufig zur Ablenkung von eigenen Problemen im Westen dient. Mal ehrlich, wem hier in Europa o. den USA kann NK schon gefährlich werden?

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