Nordkorea
Kim Jong Uns explosive Präsente

Genüsslich verkündet Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, dass der Atomreaktor in Yonbyon wieder „normal“ laufe. Nun droht er wieder einmal mit dem Einsatz von Atombomben. Doch dahinter steckt noch mehr.

TokioNordkorea begleitet wichtige Jahrestage oder Ereignisse gerne mit explosiven Präsenten, seien es von den Vereinten Nationen verbotene Tests von Weltraum- oder Langstreckenraketen oder Atombomben. Kurz vor dem 70. Jahrestag der Gründung der Arbeiterpartei am 10. Oktober sind die Erwartungen auf eine neuerliche Provokation daher besonders hoch. Dementsprechend heftig reagierten internationale Medien und die Anrainer auf zwei Nachrichten aus dem Norden.

Am Dienstag bestätigte der Norden erstmals offiziell und geradezu genüsslich, dass sein Atomreaktor in Yonbyon wieder „normal“ laufe und drohte mal wieder mit dem Einsatz von Atombomben. Zuvor hatte Nordkoreas Regime am Montag bereits mit einer schwammigen Formulierung in einem Bericht der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA Spekulationen geschürt, zur Feier der Parteigründung mit einer Weltraumrakete Satelliten ins All zu schießen.

Die Antwort folgte auf dem Fuß. Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap sah durch die Ankündigungen bereits kräftig ins Kraut schießende Vermutungen über einen Raketenstart bestärkt. Und Südkoreas Regierung kündigte am Dienstag an, im Falle eines Tests eng mit den relevanten Nationen zusammenarbeiten, „um eine schnelle und wirksame Antwort des Sicherheitsrats zu ermöglichen“, so ein Sprecher von Südkoreas Außenministerium. Sprich Sanktionen.

Einige Nordkorea-Beobachter warnen allerdings, dass man nicht zu viel in den KCNA-Bericht hineingeheimnissen sollte. „Man sollte nicht annehmen, dass Kim Jong Un einen Satelliten-Start zum 10. Oktober genehmigt hat“, meint John Delury, Koreabeobachter an der Yonsei-Universität in Seoul. „Diese Erklärung ist selbst ein Test.“

Der Norden versuche womöglich nur, durch das Winken mit Raketentest und Atomprogramm nach Spalten zwischen Südkorea und den USA zu suchen, meint Delury. Besonders der Süden würde auf die Probe gestellt. Da könnte was dran sein: Schließlich hat der Norden hat den Einsatz für einen Abbruch der jüngsten innerkoreanischen Annäherung im August geschickt durch eine militärische Krise erhöht.

Nach einem von Nordkorea initiierten Schusswechsel an Grenze hatte Nordkoreas Führer Kim Jong Un Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye endlich dort, wo er sie mit einer Charmeoffensive nicht hinlotsen konnte: am Verhandlungstisch. Und dort gaben sich Kims und Parks Unterhändler das Wort, nicht nur die Beziehungen zwischen den verfeindeten Brüdernationen verbessern, sondern auch wieder Familientreffen zwischen Nord und Süd durchführen zu wollen.

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