Nordkorea-Konflikt
Auf der Suche nach Verbündeten

Das Regime von Kim Jong-Un droht mit weiteren Atomtests – und bringt immer mehr Staaten gegen Nordkorea auf. US-Präsident Trump will die Sorgen asiatischer Staaten nutzen – und sie von einer Zusammenarbeit überzeugen.
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US-Präsident Donald Trump sucht im Konflikt um das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas Verbündete in Asien. Trump habe dazu mit den Regierungschefs von Thailand und Singapur telefoniert, sagten US-Regierungsvertreter. Dabei sei es um Möglichkeiten zum wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Nordkorea gegangen. Trump hatte zuvor schon mit dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte über das Thema gesprochen.

Es müsse mit so vielen Ländern wie möglich in der Region zusammengearbeitet werden, sagte der Stabschef im US-Präsidialamt, Reince Priebus, dem Sender ABC. Ziel sei es, „jeden zur Unterstützung eines Aktionsplans in die Reihe zu bekommen“, falls sich die Lage um Nordkorea verschlechtere. Trump habe zudem regelmäßig Kontakt zu Japans Regierungschef Shinzo Abe und auch enge Beziehungen zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Anlass für die Gespräche sei die Gefahr einer „nuklearen und massiven Zerstörung in Asien“ und am Ende auch in den USA, sagte Priebus. Derzeit würden die USA und die asiatische Region durch nichts so stark bedroht wie durch die Vorgänge in Nordkorea.

Zugleich führte CIA-Direktor Mike Pompeo laut Medienberichten in Südkorea Gespräche über die zunehmenden Spannungen im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm. Er habe neben Vertretern der amerikanischen Botschaft unter anderen auch den Befehlshaber der US-Streitkräfte in Korea (USFK), Vincent Brooks, sowie Südkoreas Geheimdienstchef Lee Byung Ho getroffen, berichteten der Sender KBS und andere südkoreanische Medien am Montag. Pompeo sei seit dem Wochenende in Seoul.

Unterdessen drohte das international isolierte Nordkorea indirekt mit der Fortsetzung seiner Atomtests. Das Außenministerium in Pjöngjang unterstellte den USA am Montag erneut eine „feindselige Politik“ und atomare Erpressung. „Die Maßnahmen der Volksrepublik für den maximalen Ausbau seiner Atomstreitmacht werden auf Befehl der obersten Führung zu jeder Zeit und an jedem Ort in aufeinanderfolgender Weise ergriffen“, hieß es in der von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung.

US-Präsident Trump hat angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel einen Angriff auf den Norden nicht ausgeschlossen. Gleichwohl hatte Nordkorea am Samstag erneut eine Mittelstreckenrakete getestet, die nach US-Angaben aber kurz nach dem Start zerbrach. Die Führung Chinas – dem einzigen großen Verbündeten des abgeschotteten kommunistischen Staates – hatte daraufhin Nordkorea und die USA gemahnt, es nicht zu einer Eskalation kommen zu lassen. Trump hatte kurz vor dem Test in einem Interview gewarnt, es könne am Ende zu einem großen Konflikt mit Nordkorea kommen. Neben etlichen Raketentest hat Nordkorea bisher auch fünf Atombombentests absolviert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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