Nordkorea-Konflikt
China deckelt Öl-Lieferungen für Pjöngjang

Im Nordkorea-Konflikt macht nun offenbar auch China ernst. Die Volksrepublik, die bisher mehr als Pjöngjangs Protegé agierte, drosselt die wichtigen Öl-Lieferungen an das Land und unterstützt die neuesten UN-Sanktionen.
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PekingChina hat eine Beschränkung von Öl-Lieferungen an Nordkorea angekündigt. Diese soll ab dem 1. Oktober für raffinierte Erdölprodukte gelten, teilte das chinesische Handelsministerium am Samstag mit. Zudem würde der Import von Textilien aus Nordkorea eingestellt. Die Volksrepublik setzt damit die härteren Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Pjöngjang um. Da China keine Details zum Handel mit Nordkorea veröffentlicht, war zunächst nicht klar, wie groß die Reduzierung der Öl-Lieferungen ausfällt.

China war lange einer der wichtigsten Verbündeten und der größte Handelspartner Nordkoreas. Rund 90 Prozent von Nordkoreas Handel findet mit der Volksrepublik statt. Peking galt auch lange als politischer Beschützer der Regierung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. China äußerte angesichts der anhaltenden Raketentests und Pjöngjangs Festhalten am Atomprogramm jedoch zunehmend Unzufriedenheit.

China unterstütze die jüngste Runde neuer UN-Sanktionen gegen Nordkorea - ist in der Umsetzung bisher jedoch aus Angst vor einem Zusammenbruch der Kim-Regierung selbst eher zurückhaltend gewesen. Die Volksrepublik argumentiert zudem, dass die Bewohner der Landes geschützt werden sollten.

Ungeachtet des schärferen UN-Sanktionskurses gegenüber Nordkorea ist der Handel des weitgehend isolierten Staates mit China weiter gewachsen. Im August sei das größte monatliche Volumen seit Dezember 2016 umgesetzt worden, teilte die chinesische Zollbehörde am Samstag mit. Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft habe im vergangenen Monat Güter im Wert von 604 Millionen Dollar im- oder exportiert. Im Juli seien es lediglich 456 Millionen Dollar gewesen.

Angesichts der wiederholten Atom- und Raketentests des kommunistischen Landes haben die Vereinten Nationen ihre Sanktionen zuletzt immer wieder verschärft, unter anderem Anfang August. Damals wurde der Regierung in Pjöngjang die Ausfuhr von Kohle, Eisen, Blei und Fisch verboten, um die Exporteinnahmen von bisher drei Milliarden Dollar jährlich um ein Drittel zu kappen. China hatte erklärt, die Strafmaßnahmen ab Mitte August umzusetzen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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