Nordkorea-Konflikt
Geheimdienst befürchtet Atomangriff auf USA

US-Geheimdienstvertreter haben eine beunruhigende Entdeckung gemacht: Nordkorea könnte mit seinen Langstreckenraketen Teile des amerikanischen Staatsgebiets erreichen. Nun wächst die Sorge über einen möglichen Atomangriff.

WASHINGTON. Dem US-Geheimdienst zufolge könnte Nordkorea US-Gebiete im Pazifik, Teile des Festlandes sowie Hawaii und Alaska mit Atomwaffen angreifen. Lowell Jacoby, Chef der Defense Intelligence Agency, antwortete vor einem Senatsausschuss auf die Frage von Senatorin Hillary Rodham Clinton, ob Nordkorea fähig sei, eine Rakete mit einem nuklearen Sprengsatz zu bestücken: „Unsere Bewertung ist, dass sie die Fähigkeiten haben, ja“.

Eine solche Langstrecken Rakete könnte auch die USA erreichen, sagte Lowell und bejahte weitere Nachfragen der Senatorin. Der Geheimdienst versuchte anschließend, die Aussagen Jacobys herunterzuspielen und erklärte, Jacoby habe sich nur ihm rein theoretischen Sinne geäußert.

Auch US-Präsident George W. Bush wurde bei seiner Pressekonferenz am Abend gefragt, ob Nordkoreas Präsident Kim Jong Il möglicherweise eine Rakete mit Atomsprengköpfen bestücken könnte: „Es gibt Sorge über seine Fähigkeit, über eine Atomwaffen zu verfügen. Wir wissen nicht, ob er das kann oder nicht, aber ich glaube, es ist das Beste, wenn man mit einem Tyrannen wie Kim Jong Il zu tun hat, anzunehmen, er könnte es“, hatte Bush gesagt.

Zugleich verwahrte sich Bush in seiner Pressekonferenz gegenüber Mutmaßungen, dass Terrorismus-Verdächtige in den USA gefoltert werden. Die US-Gesetze würden stets beachtet, sagte Bush. Es würden auch keine Gefangenen in Länder ausgeliefert, die nicht zusicherten, dass dort nicht gefoltert werde. Allerdings müssten die USA sich auch gegen die Terrorgefahr wehren. "Wir sind noch immer im Krieg", betonte er und warnte, mit zunehmendem Abstand von den Anschlägen des 11. September 2001 "nachlässig zu werden."

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