Nordkorea-Konflikt Was von den Verbalattacken zu halten ist

Das Regime von Kim Jong-Un könnte bereits zur Atommacht aufgestiegen sein. US-Präsident Donald Trump kündigt „Feuer und Wut“ an. Droht ein Krieg? Wie verhält sich China? Zehn Antworten auf drängende Fragen.
21 Kommentare

„Kim Jong-Un entscheidet, wann wir die USA angreifen“

„Kim Jong-Un entscheidet, wann wir die USA angreifen“

Peking, TokioUS-Präsident Donald Trump hat den gefährlichen Konflikt mit Nordkorea durch seine Drohung mit „Feuer, Wut und ... Macht“ weiter angefacht. Nur Stunden nach seiner beispiellosen Warnung an Machthaber Kim Jong-Un drohte Nordkoreas Militär mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Steht die Welt vor einem gewaltsamen Konflikt mit Hundertausenden Toten? Zehn Antworten auf drängende Fragen.

Droht Krieg im Konflikt um Nordkorea?

Die Lage ist ernst. Entgegen aller Warnungen testet Nordkorea Atomwaffen, Mittel- und Langstreckenraketen. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach den Einsatz der US-Streitkräfte angedroht, sollte Pjöngjangs Machthaber Kim Jong-Un nicht einlenken. Doch ein offener Krieg erscheint unwahrscheinlich – noch. Der Preis für die USA wäre schlicht zu hoch. Das Regime dürfte Dutzende Waffen abfeuern können, bevor die US-Streitkräfte die nordkoreanische Armee aufhalten können. Millionen Menschenleben stehen auf dem Spiel.

Wie weit ist das Land in der Entwicklung von Atomwaffen?

Weiter als bislang angenommen – zumindest wenn ein Bericht der Washington Post stimmt, der sich auf eine Analyse des US-Militärgeheimdienstes (DIA) stützt. Demnach hat das Regime einen atomaren Sprengkopf entwickelt, der klein genug für den Einsatz in seinen Interkontinentalraketen ist. Stimmt das, könnte der Staat theoretisch Atomwaffen bis zum US-Festland schicken. Die Washington Post berichtete weiter, dass Nordkorea bis zu 60 Atomwaffen besitzt. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür von US-Seite jedoch nicht.

Wirken die Sanktionen?

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte erst am Wochenende die bisher schärfsten Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Dazu zählen unter anderem Ausfuhrverbote für Kohle, Eisen, Eisenerz, Blei, Bleierz sowie Fisch und Meeresfrüchte. Rund eine Milliarde US-Dollar (rund 840 Millionen Euro) an Exporteinnahmen sollen Nordkorea auf diese Weise entzogen werden. Doch bislang fällt die Bilanz der vielen Sanktionsrunden gegen das Land ernüchternd aus. Das könnte auch daran liegen, dass China die Strafmaßnahmen in der Vergangenheit oft nicht konsequent umgesetzt hat. Und selbst wenn die Bevölkerung hungert, bleibt das Regime um Kim Jong-Un an der Macht. Allerdings ist das Land so weit von der Außenwelt abgeschottet, dass niemand genau sagen kann, wie es um die Machthaber steht.

Warum bändigt China seinen einstigen Verbündeten Nordkorea nicht?

Peking hat Pjöngjang immer wieder zur Zurückhaltung aufgerufen. China will nicht, dass ein Nachbarland Atomwaffen entwickelt. Doch Staatschef Xi Jinping hat noch mehr Sorge vor einem Zusammenbruch des Nachbarlandes. Die Volksrepublik fürchtet Flüchtlingsströme und eine Machtverschiebung. Denn bislang fungiert Nordkorea als Puffer. Bricht der Staat zusammen, könnten künftig US-Soldaten direkt an Chinas Grenze stehen. Und das will Peking vermeiden.

Welches langfristige Ziel verfolgt China?

Die Volksrepublik ist eine Handelsnation. Sie braucht Stabilität, damit ihre Wirtschaft weiter wachsen kann. Mindestens 6,5 Prozent Wirtschaftswachstum hat Premier Li Keqiang für dieses Jahr ausgegeben. Mit hohen Wachstumsraten legitimiert die Kommunistische Partei ihren Führungsanspruch. Ein Konflikt in der Region mit massiven Auswirkungen auf Chinas Außenhandel wäre gefährlich.

Eine Rakete für den Diktator
Kim Jong-Un lässt sich von seinem Militär feiern
1 von 7

Kim Jong-Un lässt die Raketentests in Nordkorea gut inszenieren: Hier feiert der Diktator am Tag nach dem nordkoreanischen Raketenabschuss im vergangenen Sommer seinen bisher „größten Erfolg“.

Abschuss der Rakete
2 von 7

In einer Augustnacht hatte ein nordkoreanisches U-Boot die Testrakete vor der Ostküste des Landes abgefeuert. Laut Militär flog die Rakete knapp 500 Kilometer weit, bevor sie im japanischen Meer versank.

Die Propaganda läuft
3 von 7

Am Tag nach dem Raketentest folgt die Provokation: Nordkorea habe die Ausrüstung, um einen nuklearen Angriff zu starten – auch auf das amerikanische Festland, verkündet Kim Jong-Un im Staatsfernsehen.

Nachbarländer kritisieren den Start
4 von 7

Der Raketentest hatte insbesondere bei den Nachbarn Japan, China und Südkorea heftige Kritik ausgelöst. Uno-Resolutionen verbieten dem kommunistischen Regime in Pjöngjang Tests ballistischer Flugkörper.

„Volle Fähigkeit für einen Atomangriff"
5 von 7

Nordkorea habe sich dem Abschuss der ballistischen Rakete „in die erste Reihe der Militärmächte eingefügt, die die volle Fähigkeit für einen Atomangriff haben“, wurde der Machthaber Nordkoreas zitiert.

Nordkorea wird schlagkräftiger
6 von 7

Gute Laune bei Kim Jong-Un und seinen Militärs: Nordkorea habe offenbar technische Fortschritte gemacht, hieß es auch aus dem Nachbarland Südkorea.

Kim Jong-Un droht mit nuklearem Erstschlag
7 von 7

Der Test erfolgte nur zwei Tage nach dem Beginn jährlicher Militärübungen der USA mit Südkorea. Im Vorfeld drohte Nordkorea „beim kleinsten Anzeichen einer Aggression“ mit einem nuklearen Erstschlag.

Auf welche Seite würde sich China in einem Krieg zwischen den USA und Nordkorea stellen?

Das ist völlig unklar. Die chinesische Zeitung Global Times hatte zwar im April berichtet, dass die Volksbefreiungsarmee 150.000 Soldaten an die nordkoreanische Grenze verlegt habe. Das wurde jedoch nie bestätigt und mögliche Ziele blieben immer unklar. Nordkorea dürfte schon jetzt die Möglichkeit haben, Peking, Seoul oder Tokio anzugreifen. Der Volksrepublik kann nicht daran gelegen sein, das Ziel von Raketenattacken des Nachbarn zu werden. Gleiches gilt jedoch auch für einen Konflikt mit den USA. Vermutlich würde China daher versuchen, sich so weit wie möglich aus einer Konfrontation herauszuhalten.

Wie ernst sind die Drohungen von US-Präsident Donald Trump zu nehmen?

Mit einer martialischen Verbalattacke hat Trump auf Nordkoreas Raketenentwicklung reagiert. Wenn das Regime seine Drohungen gegen die USA fortsetze, würde ihm mit „Feuer, Wut und Macht begegnet, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat“. Was das genau heißt, bleibt jedoch unklar. Trump-Beraterin Kellyanne Conway wollte auf Nachfrage von Journalisten nicht sagen, wie die Aussagen genau gemeint waren, und ob sie mit den US-Militärs abgesprochen waren. Nach Aussage des Gouverneurs von Guam hat das Weiße Haus die Bedrohungsstufe für die Insel nicht nach oben korrigiert.

Wie stellt sich Südkorea zu Trump und Kim?

In Südkorea reagieren Bewohner und Börse wie üblich bei globalem Kriegsgeschrei: gelassen. Politisch allerdings drängen die jüngsten Raketentests Südkoreas neuen Präsidenten Moon Jae In auf einen härteren Kurs gegen den Norden. Moon hält zwar sein Angebot aufrecht, Gespräche mit Nordkorea zu starten. Aber er ist dafür, „maximalen Druck“ auf das Regime auszuüben und will nun das US-Raketenabwehrsystem Thaad ausbauen. Dabei steht seine Basis der Stationierung kritisch gegenüber. Experten gehen allerdings davon aus, dass Moon einem amerikanischen Angriff auf Nordkorea niemals zustimmen würde.

Wie reagiert Japan auf die Bedrohung?

Japan hat sich schon vor Jahren eine Raketenabwehr angeschafft. Sie basiert auf Patriot-Raketen und dem hochmodernen Aegis-Radarsystem, dass Japan auf sechs Kriegsschiffen installiert hat. Nur die USA haben mehr Aegis-Schiffe im Einsatz.

Wie verhält sich Japans Regierung?

Während in Südkorea Ruhe herrscht, nutzt Japans Regierungschef Shinzo Abe die neue Aufregung, das Krisengefühl im Lande zu schärfen. Denn er will die pazifistische Verfassung ändern, um die Rolle von Japans Militär zu stärken. Vereinzelt wird an Schulen das Verhalten bei Raketenangriffen geübt. In der Politik wird zudem offener als zuvor darüber diskutiert, ob sich Japan militärisch die Fähigkeit anschaffen und zugestehen soll, im Krisenfall präventiv nordkoreanische Raketenstellungen anzugreifen.

Startseite

Mehr zu: Nordkorea-Konflikt - Was von den Verbalattacken zu halten ist

21 Kommentare zu "Nordkorea-Konflikt: Was von den Verbalattacken zu halten ist"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Tomas Maidan@ Lesen und zwar richitig und auch verstehen.
    Korea ist unwichtig China ist der Gegner der USA, Herr Maidan. Schon im letzen Krieg war China der Gegner und die Gelben bleiben es. Mit Herrn Trum hat das nichts zu tun aber mit leicht Gläubigen wie Sie es sind in Ihrer degenerativen Umgebung.

  • Herr Speigel, das meinen Sie ja wohl nicht ernst oder?

    Sieht so aus, als wenn sie ein bezahlter Trump-Troll wären, der auf Biegen und Brechen seine Jubel-Quote voll kriegen muss. Generation Lügenmaul dreht auf.

    Heute jubeln sie für Trumps Atomkrieg - morgen für Putin, die AfD und NPD? Wie erbärmlich.

  • Herr Trump Führer der freien Welt, wird auch Korea bezwingen und zwar über China.
    Entweder die Gelben wollen weiter mitspielen oder der Handel mit der freien Welt wir beendet. Nicht der Spinner in Korea ist wichtig sondern der Gegner in China.
    Wer meint der Spinner in N-Korea hätte etwas zu melden der irrt.

  • Was für ein blödsinniges Blabla lässt hier die Pro-Trump, und Pro-Putin-Troll-Familie eigentlich ab?

    Endloses Stammtischgeschwafel über "Besitz und Eigentum"...

    Was für eine Farce! Während die beiden Männer, die von diesen Nebelkerzen profitieren sollen (Trump und Putin), dabei sind, einen großen Krieg in Korea anzuzetteln!

    Es geht hier darum, dass Donald Trump ein gefährlicher Kriegstreiber ist, den man nicht mit desinformativem Blabla schönreden darf!

    Stoppt Trump JETZT!

  • Jeder Trump-Unterstützer weiß sehr genau, was für ein gefährlicher und agressiver Idiot Donald Trump ist. Niemand kann sagen, er habe das nicht gewusst. Dass Donald Trump die Welt in einen Dritten Weltkrieg steuern wird, ist so sicher wie der Flugzeugabsturz, wenn der Kapitän betrunken ist.

    Wenn jetzt immer noch die Internet-Trolle (in Putins Auftrag) für Trump applaudieren, können die folgenden Generationen notieren: Putin und Trump haben die Welt zerstört.

  • Herr Josef Steiner - 09.08.2017, 17:37 Uhr

    Wir können gerne unterscheiden zwischen Besitz und Eigentum. Aber das ändert nichts an die Tatsache das da eine echte Haus ist. Und eine echte Haus ist keine 'Scheinhaus'.
    Unsere Wohlstand ist echt. Die Läden sind voll. Wir produzieren viel zu viel. Wir haben viele Überkapazitäten bei die Güterproduktion. Das ist keine 'Schein'!
    Und auch wenn die Leute die Haus nicht besitzen, so leben sie doch darin. In eine gute Wohlstand.
    Die Kreditschöpfung auf die andere Seite ist etwas anderes. Deshalb ist es auch egal wieviel 'Geld' sie besitzen. Eine echte Wohlstand ist nicht die Zahl auf ihre Bankkonto, sondern die Haus, die Grundstück, die Auto und ihre volle Kühlschrank. Oder die Anteil an einer Firma die etwas produziert.
    Unsere Wohlstand ist echt ... die Geld, das ist nicht so wichtig ... denn die Geld ist nur eine Mittel um die Tausch von die Waren und die Dienstleistungen zu ermöglichen.

  • Das ist der Scheinwohlstand. Das ist schon eine Ansage, wenn es Leuten gut geht, auf Kredit, den sie abbezahlen, ist das kein Schein sondern Realität. Die Leute wollen doch jetzt besser leben und nicht in Grab.

  • Herr Metz liegt schon richtig. Das Finanzsystem steht kurz vor dem Kollaps. Es ist nur eine Frage der Zeit wie lange man dieses System künstlich aufrecht erhalten kann.

    Herr Vrolijk, Kredite und Zinsen spielen in diesem System eine ganz große Rolle. Es wird täglich künstlich Geld geschaffen, welches keinen realen Gegenwert mehr hat. Den Wohlstand haben Millionen Menschen auf der Welt nur deshalb, weil ihr Auto geleast ist; das Haus mit drei Hypotheken belastet ist und das Darlehen dafür in 40 Jahren nicht zurückgezahlt werden kann (das weiß die Bank und der Kunde); die fünfte Kreditkarte vergeben wurde um noch mehr zu konsumieren.

    Das ist der Scheinwohlstand.

    Und wer profitiert davon? Genau, die die bereits Geld haben. Denn wie man weiß, wandert Geld nur dort hin, wo Geld schon ist. Und die Reichen versuchen alles, dass dieser Zustand solange bestehen bleibt wie nur möglich. Ein Ergebnis aus Gier und Geiz.

  • Es wird immer wieder behauptet Deutschland lag 1945 in Trümmer, dazu die Seite
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegswirtschaft_im_Zweiten_Weltkrieg
    weiters gab es auch kein Wirtschafswunder, es war alles bereit für den Wiederbeginn und zwar schon im Kriege am Führer vorbei.

  • Nun, der Gedanke ist schon reizvoll, dem Spuk in Nordkorea ein Ende zu machen solange es noch geht...und wer sollte das sonst durchziehen als die Amis.
    Eine Intervention wäre auch im Sinne der Menschen dort, jedenfalls unendlich sinnvoller als
    im Nahen Osten.
    Südkorea würde die Wiedervereinigung genauso locker stemmen wie das die BRD getan hat.
    Und China würde die Füße stilhalten wenn man Peking nur gescheit was zum Ausgleich bietet.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%