Nordkorea-Krise
Diplomatische Zwischentöne machen Hoffnung auf Entspannung

Es ist ein vorsichtiges Zeichen der Entspannung: In der Nordkorea-Krise setzen die USA laut Rex Tillerson auf einen Dialog mit Pjöngjang. Auch Kim Jong Un macht Hoffnung auf eine Entspannung.
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Seoul/WashingtonIn der vom Säbelrasseln beider Seiten aufgeheizten Lage im Nordkorea-Konflikt hat es am Dienstag Zwischentöne gegeben, die Hoffnung auf eine Entspannung machten. Laut US-Außenminister sind die USA weiterhin an einem Dialog mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un interessiert. Tillerson erklärte am Dienstag vor Journalisten im State Department, zunächst müsse jedoch ein Signal aus Pjöngjang kommen.

Die Äußerungen von Kim Jong Un, die Planungen für einen Raketentest in der Nähe der Pazifikinsel Guam seien abgeschlossen, wollte Tillerson nicht kommentieren. Kim Jong Un erklärte zuvor, der Test werde vorerst nicht stattfinden. Er werde noch eine Weile „das dumme Verhalten der Yankees“ beobachten, bevor er einen weiteren Raketentest anordne, sagte er nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Dazu wurde ein Foto veröffentlicht, dass Kim an einem Tisch mit einer Karte sitzend zeigte, auf der eine direkte Linie von Nordkorea nach Guam - über Japan hinweg - eingezeichnet war. Der Entwurf seiner Militärs sei gut, lobte Kim.

Dass Kim eine abwartende Haltung signalisierte, wurde von Beobachtern als Chance für die Diplomatie in der internationalen Krise um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gewertet. Auch aus Seoul und von US-Seite kamen Entspannungssignale: Der südkoreanische Präsident Moon Jae In sagte, die USA und Südkorea seien sich darin einig, dass der Konflikt mit Pjöngjang „absolut friedlich“ gelöst werden müsse. Auch US-Generalstabschef John Dunford sagte am Montag bei einem Besuch in Südkorea, die USA wollten die Spannungen mit Pjöngjang friedlich lösen. Sie seien aber zugleich bereit, im Falle einer Provokation die „volle Bandbreite“ ihrer militärischen Möglichkeiten einzusetzen.

US-Verteidigungsminister James Mattis machte klar, was das wäre: Ein nordkoreanischer Raketenangriff auf Guam könnte Krieg bedeuten, sagte er.

Am Montag beginnen jährliche amerikanisch-südkoreanische Manöver, die von Pjöngjang seit Jahren als Vorbereitung einer Invasion eingestuft und mit heftiger Kriegsrhetorik begleitet werden.

Moon betonte, es könne keine militärischen Schritte der USA ohne das Einverständnis Südkoreas geben. Seine Regierung werde alles dafür tun, einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu verhindern. Wenn Nordkorea sein Atomwaffen- und Raketenprogramm beende, könnten Bedingungen für Gespräche entstehen, erklärte er.

Mattis wollte sich indes zum Umgang mit Nordkorea im Falle weiterer Raketentests nicht eindeutig äußern. Er brauche angesichts dessen eine gewisse Mehrdeutigkeit, sagte er. So werde verhindert, dass Nordkorea die genauen US-Pläne kenne.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Na klar, USA und diplomatische Lösung. Sehr glaubhaft im Angesicht von Amerikanischen Todesschwadronen, die um und über Nordkorea Kriegsvorbereitungen treffen und eines Amerikanischen Verteidigungsministers, der damit droht, das Nordkoreanische Volk auszulöschen.

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