Nordkorea-Krise Trump lobt Staatschef Kim Jong-Un

US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un für dessen jüngste Zurückhaltung in der Nordkorea-Krise gelobt. Dies sei eine sehr kluge Entscheidung gewesen. „Die Alternative wäre katastrophal gewesen.“
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Kim Jong-Un legt Raketenpläne auf Eis

Kim Jong-Un legt Raketenpläne auf Eis

Washington/TokioUS-Präsident Donald Trump hat den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un für seine jüngste Zurückhaltung in der Nordkorea-Krise gelobt. Kim habe eine „sehr kluge und gut begründete Entscheidung“ getroffen, teilte Trump am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Die Alternative wäre sowohl katastrophal als auch inakzeptabel gewesen.“

Kim hatte zuletzt den angedrohten Abschuss von Raketen in Richtung der US-Pazifikinsel Guam vertagt und angekündigt, das Verhalten der USA länger beobachten zu wollen. US-Bomber und japanische F-15-Kampfjets hielten am Mittwoch Übungsflüge über dem Ostchinesischen Meer ab. Generalstabschef Joseph Dunford sagte, die USA seien entschlossen, ihre Alliierten militärisch zu verteidigen.

Chinas Außenminister Wang Yi sagte bei einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel, es gebe Anzeichen für eine Entspannung in Nordkorea, aber die Krise sei nicht vorbei. Er rief die beteiligten Parteien laut einer Mitteilung seines Ministeriums dazu auf, eine „verantwortliche Haltung zur Geschichte und zu den Menschen“ einzunehmen. Auch Gabriel erklärte, er sei nun ein wenig optimistischer. Der Druck, den China auf Nordkorea ausgeübt habe, habe offenbar Wirkung gehabt.

US-Generalstabschef Dunford bezeichnete das nordkoreanische Waffenprogramm als Gefahr für die ganze internationale Gemeinschaft und damit auch für China. Es bestehe deswegen die Notwendigkeit, dass die Volksrepublik den Druck auf Nordkorea erhöhe, sagte er bei einem Besuch in China nach Angaben des US-Militärs. Die die US-Luftwaffe erklärte, die Übungsflüge mit Japan demonstrierten die Solidarität mit unseren Alliierten und unsere Entschlossenheit, Frieden und Sicherheit im Indisch-Asiatisch-Pazifischen Raum zu sichern. In der kommenden Woche steht auch das jährliche gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas an.

Die Bedeutung der Insel Guam
Die US-Stützpunkte auf Guam
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Auf Guam gibt es zwei bedeutende Militärstützpunkte, den Luftwaffenstützpunkt Andersen im Norden der Insel und eine zur Marine gehörende Basis im Süden. Zwischen ihnen liegt der Touristenbezirk Tumon mit Hotelanlagen und Resorts. Der Marine-Stützpunkt kann bis zum Jahr 1898 zurückverfolgt werden, als die USA Guam von Spanien nach dem Spanisch-Amerikanischen-Krieg übernahmen.

Luftwaffenbasis seit dem zweiten Weltkrieg
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Die Basis der Luftwaffe wurde 1944 während des Zweiten Weltkriegs gebaut, als die USA sich darauf vorbereiteten, Bomber nach Japan zu schicken. Der Andersen-Stützpunkt hält heute eine Hubschrauberstaffel und Langstreckenbomber, die zwischen Guam und dem US-Festland hin- und herfliegen. Am Marine-Stützpunkt befinden sich vier nuklear betriebene U-Boote zum Schnellangriff und zwei U-Boot-Begleitschiffe.

Die Bewohner von Guam
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Auf Guam sind 7.000 Einsatzkräfte des US-Militärs stationiert, die meisten davon Soldaten der Luftwaffe oder der Marine. Die Armee plant, zusätzlich Tausende Marinesoldaten von Okinawa im Süden Japans nach Guam zu verlegen. Die Gesamtbevölkerung der Insel liegt bei rund 160.000. Die Einwohner des US-Überseegebiets im Pazifik haben Angst, dass sie in die Schusslinie des Atomstreits zwischen Nordkorea und den USA geraten könnten.

Geostrategische Bedeutung
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Die Insel hat große strategische Bedeutung: Guam liegt nur einen kurzen Flug von der Koreanischen Halbinsel entfernt, ebenso von anderen potenziellen Krisenherden in Ostasien. Seoul liegt rund 3.200 Kilometer nordwestlich von Guam, Tokio 2.400 Kilometer nördlich und Taipeh 2.700 Kilometer westlich. Da Guam Außengebiet der Vereinigten Staaten ist, können die USA jederzeit Kräfte von dort einsetzen, ohne dass das Land Sorge haben müsste, dass eine Gast-Nation möglicherweise Einwände gegen die Aktionen des US-Militärs haben könnte.

U-Boote auf Guam
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Die U-Boote des Marinestützpunktes sind wichtig, um Informationen in der Region - etwa von der Koreanischen Halbinsel und aus dem Südchinesischen Meer - zu sammeln. In Letzterem hat China Militärstützpunkte auf künstlichen Inseln aufgebaut.

US-Militär auf Guam
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Im Jahr 2004 haben die USA damit begonnen, Langstreckenbomber der Typen B-2, B-1 und B-52 wechselweise zum Stützpunkt Andersen zu schicken. Ziel war die Kompensation von Streitkräften, die aus dem asiatisch-pazifischen Raum für Kämpfe im Nahen Osten abgezogen wurden. Zudem hatte Nordkorea damals seine Bemühungen um die Entwicklung seines Atomwaffenprogramms erhöht. 2013 schickte die US-Armee das Raketenabwehrsystem THAAD nach Guam, das ballistische Raketen in ihrer finalen Flugphase zerstören kann.

Bevölkerung und Regierung
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Die Insel wurde erstmals vor rund 4.000 Jahren von den Vorfahren des Volks der Chamorro besiedelt. Die Chamorro machen auch heute noch die größte ethnische Gruppe der Insel aus. Die Hauptstadt Guams ist Hagatna, die größte Stadt ist mit rund 45.000 Einwohnern jedoch Dededo. Die Hauptsprachen sind Englisch und Chamorro. Auf der Insel gibt es populäre Bewegungen, die entweder mehr in Richtung Eigenverwaltung oder hin zum US-Beitritt tendieren. In den 1980er-Jahren gab es zudem einen Versuch, Guam zu einem US-Freistaat nach Vorbild Puerto Ricos zu machen. Der Versuch scheiterte jedoch.

Nordkorea wertete solche Manöver als Vorbereitungen auf eine Invasion. Die Übungen stoßen auch in China regelmäßig auf Kritik. Der hochrangige chinesische Militärvertreter Song Puxuan habe im Gespräch mit Dunford betont, dass die Nordkorea-Krise diplomatisch gelöst werden müsse, erklärte das Verteidigungsministerium in Peking.

China ist der letzte wichtige Verbündete und der bedeutendste Handelspartner Nordkoreas. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte Anfang August als Reaktion auf die jüngsten Raketentests Nordkoreas einstimmig schärfere Sanktionen gegen das weitgehend abgeschottete Land verhängt.

China hatte am Montag damit begonnen, die jüngsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea umzusetzen und die Einfuhr von Blei, Kohle, Fisch und Eisen gestoppt. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach sich nun dagegen aus, Nordkorea wirtschaftlich in die Knie zwingen zu wollen. Die Möglichkeiten, das Land wirtschaftlich unter Druck zu setzen, seien nahezu erschöpft, sagte er.

Nordkorea kann nach Einschätzung des US-Geheimdienstes vermutlich aus eigener Kraft Raketentriebwerke herstellen. „Wir haben Erkenntnisse, die nahelegen, dass Nordkorea nicht auf den Import von Triebwerken angewiesen ist“, sagte ein Vertreter des US-Geheimdienstes der Nachrichtenagentur Reuters. Details nannte er nicht. Der Insider widersprach damit einer neuen Studie des in London ansässigen Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS), wonach die Triebwerke für Atomraketen, die Nordkorea entwickle, vermutlich aus der Ukraine oder Russland stammen.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Nordkorea-Krise: Trump lobt Staatschef Kim Jong-Un"

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  • Glückwunsch an den vorbildlichen Mr. President!

    Die Trump-Gegner haben also doch nicht den Atomkrieg bekommen, den sie herbeizuschreiben versucht haben. Die Ärmsten! Jetzt hat man sie also schon wieder abgehängt. Die Geschichte wird halt ohne sie weitergeschrieben.

  • Auch als Sieger zeigt Herr Trump Größe. Für einen EU-Gangster unmöglich dieses edle Verhalten, daher für Deutsche völlig ungewohnt.

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