Nordkorea nicht in Verdacht
Hackerangriff auf südkoreanisches Atomkraftwerk

„Kräfte, die soziale Unruhen entfachen wollen“: Die südkoreanische Betreibergesellschaft von 23 Atommeilern verurteilt Hacker, die Firmendaten veröffentlicht hatten. Nordkorea scheint nicht hinter der Attacke zu stecken.
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SeoulIn Südkorea ist das Computersystem der Betreibergesellschaft aller Atomkraftwerke des Landes Opfer eines Hackerangriffs geworden. Ein Sprecher von Korea Hydro und Nuclear Power (KHNP) sagte am Montag in Seoul, bei dem Internetangriff seien aber keine sensiblen Daten erbeutet worden. Auch sei die Sicherheit der Atomanlagen zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen.

Es sei ausgeschlossen, dass durch einen Cyberangriff ein Atomreaktor beeinflusst werden könne, versicherte ein Sprecher des staatlichen Unternehmens. Das Energieministerium stützte diese Darstellung. „Das Kontrollsystem ist derart ausgerichtet, dass es keinerlei Risiko gibt“, sagte Vize-Energieminister Chung Yang Ho der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Hacker unter dem Namen „Präsident der Anti-Atom-Reaktor-Gruppe“ veröffentlichte im Kurzmitteilungsdienst Twitter diverse interne Informationen der Betreiberfirma. Darunter waren Pläne und Betriebshandbücher von zwei Reaktoren sowie persönliche Informationen zu 10.000 KHNP-Arbeitern. Am Sonntag drohte der Hacker, weitere Informationen zu veröffentlichen, sollte die Regierung nicht vom 25. Dezember an drei Reaktoren abschalten. Anwohner wurden zudem gewarnt, sich in den kommenden Monaten von den Reaktoren fernzuhalten. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, konnte bisher aber keinen Verantwortlichen ausfindig machen.

Die Betreibergesellschaft der 23 Atommeiler in Südkorea machte „Kräfte, die soziale Unruhen entfachen wollen“ für den Angriff verantwortlich. Zu der Glaubwürdigkeit des Tweets konnten die Behörden keine Angaben machen. Ein Zusammenhang mit Nordkorea wurde von keiner der Stellen hergestellt. Die Hacker-Attacke fällt mit einem ähnlichen Angriff auf das Filmstudio Sony Pictures in den USA zusammen, für das US-Präsident Barack Obama Nordkorea verantwortlich machte. Pjöngjang wies die Vorwürfe zurück.

Das kommunistische Regime in Nordkorea steht im Verdacht, hinter Angriffen auf das Sony-Filmstudio in Hollywood zu stehen, die zu einer Konfrontation zwischen den Regierungen in Washington und Pjöngjang geführt haben. Bei den Angriffen auf Sony Pictures waren Ende November Firmenunterlagen sowie persönliche Daten und Emails gestohlen worden. Nach Drohungen mit Gewalttaten stoppte die US-Filmtochter des japanischen Konzerns die Veröffentlichung der Komödie „The Interview“ über fiktive US-Geheimdienstpläne für ein Attentat auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

KHNP hat nach dem Hacker-Angriff seine Abwehr gegen Cyber-Attacken getestet. Der Energiekonzern teilte am Montag mit, die zweitägige Übung finde in allen vier Atomanlagen des Landes statt. Es werde ein Hacker-Angriff simuliert, um die Sicherheit der Atomkraftwerke zu testen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Was soll denn das wieder für eine Medien Ente sein...ein Kernkraftwerk hat keinen Internetanschluss für seine Leittechnik. Das Leitsystem eines Kernreaktors ist autark und von der Außenwelt (internetwelt) getrennt. Da kann ein Hacker hacken was er will, der gelangt nur auf die Internetseite des Betreibers aber nicht in die Steuerfunktion (Leittechnik) des Kernkraftwerkes.
    Dazu ist die Sicherheitstechnik der modernsten KKW der Welt (und die stehen unter anderen auch in Deutschland) viel zu gut, um sich der Gefahr des Internets auszuliefern.
    Eine gute Sicherheitstechnik lässt immer den Feind (Internet) außen vor und bewegt sich in seiner eigenen übersichtlichen und autarken Informations-Steuerungs-Leittechnikwelt (System). Danke!

  • Wer ist denn alles in der Lage, einen solchen Angriff zu starten? Wem ist daran gelegen?
    Am besten wir warten ein paar Wochen ab. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn dieses Mal nicht die US-Amerikaner dahinter stecken.

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