Nordkorea
Pjöngjang droht mit Schlägen gegen USA und Südkorea

Einmal im Jahr simulieren Südkorea und die USA bei einer gemeinsamen Militärübung einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel. Vor dem Start am Montag verschärft sich der Tonfall zwischen Nordkorea den Verbündeten.
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SeoulVor dem Beginn eines jährlichen Manövers der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte hat sich der Tonfall zwischen Nordkorea und den Verbündeten verschärft. Das kommunistische Regime in Pjöngjang drohte am Donnerstag mit „gnadenlosen Schlägen“ seiner Streitkräfte, sollten beide Länder einen Angriff anzetteln.

Das Außenministerium und das Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas warfen den USA wie üblich vor, eine feindselige Politik zu verfolgen und durch die Militärübungen mit seinem Verbündeten Südkorea einen Atomkrieg vorzubereiten. „Die Volksrepublik ist nicht mehr die, die sie in den 1950er Jahren war. Wir verfügen über eine starke militärische Kraft, die mit jeder Art von Krieg umgehen kann, den die USA wollen“, wurde ein Sprecher des Außenministeriums von den staatlichen Medien zitiert.

Die mehrtägige gemeinsame Militärübung „Ulchi Freedom Guardian“ soll an diesem Montag beginnen, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Im Mittelpunkt dieses Manövers stehen normalerweise computergestützte Simulationen eines Kriegs auf der koreanischen Halbinsel. Die USA haben als Abschreckung 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert.

Von Seiten der USA werden wiederum Vorwürfe gegen Nordkorea laut, atomar aufrüsten zu wollen. Nach Einschätzung von US-Waffenexperten baut Nordkorea seine Kapazitäten zur Herstellung von Uran aus. Auf Satellitenaufnahmen sei zu sehen, dass Pjöngjang eine große Produktionsstätte renoviere, erklärte Jeffrey Lewis vom Monterey-Institut für Internationale Studien in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.

In der Fabrik werde Uranerz zu Urankonzentrat verarbeitet. Dieser Prozess ist eine Vorstufe zur Urananreicherung. Die Modernisierung der Fabrik könne bedeuten, dass Nordkorea durch eine großangelegte Uranproduktion sein atomares Waffenarsenal ausbauen wolle, sagte Lewis. Womöglich werde das Urankonzentrat auch für den Betrieb eines experimentellen Leichtwasserreaktors eingesetzt, der zurzeit in Yongbyon gebaut wird.

Das Analyseinstitut IHS Jane hatten erst vor einigen Tagen unter Berufung auf andere Satellitenbilder berichtet, dass Nordkorea in Yongbyon offenbar neue Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb genommen habe. US-Experten warnten kürzlich, dass Pjöngjang durch die Ausweitung seines Atomprogramms bis 2020 im Besitz von hundert Atomwaffen sein könnte.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben in den Jahren 2006, 2009 und 2013 erfolgreiche Atomtests vorgenommen. Mit solchen Tests verstößt Pjöngjang gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nordkorea: Pjöngjang droht mit Schlägen gegen USA und Südkorea"

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  • da mag der Kim garnicht so Unrecht haben, denn der Ami bereitet auch den Atomaren 1. Schlag gegen RUS vor, israel gegen den Iran. dann macht er das wohl auch gegen den dicken Kim, was?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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