Nordkorea
Pjöngjang fordert direkte Gespräche mit USA

Die Staatsführung Nordkoreas fordert weiterhin direkte Gespräche mit den USA, um eine Klärung des Atomwaffenstreits herbeizuführen. Das kommunistische Land macht seine Bereitschaft zu multilateralen Verhandlungen von den Unterredungen mit den Amerikanern abhängig. Inzwischen hat Nordkorea nach Medienberichten zudem seine Anlage zur Gewinnung waffenfähigen Plutoniums fertiggestellt.
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HB SEOUL. Das kommunistische Nordkorea besteht im Streit um sein Atomwaffenprogramm auf direkten Gesprächen mit den USA. Falls Washington dazu nicht bereit sei, wolle Nordkorea seinen "eigenen Weg gehen", hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang am Montag. Nordkorea habe seine Position geäußert, dass es auch multilaterale Verhandlungen, die Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gesprächen eingeschlossen, geben könne, wurde ein Sprecher von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert. Dies hänge jedoch von bilateralen Gesprächen ab. Daher sei es jetzt an der Zeit für die USA, eine Entscheidung zu treffen.

Die nationale südkoreanische Agentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, Nordkorea habe offensichtlich die Wiederaufarbeitungsanlage in seinem Atomzentrum Yongbyon vollständig wiederhergestellt. In der Anlage lässt sich aus benutzten Kernbrennstäben Plutonium für den Kernwaffenbau zurückgewinnen. Wesentliche Teile seiner Nuklearanlagen hatte Nordkorea im Rahmen eines im Februar 2007 mit den USA, China, Russland, Südkorea und Japan geschlossenen Abkommens unbrauchbar gemacht. Nordkorea hatte bereits vor einem Monat erklärt, dass es dabei sei, seine Plutoniumbestände zu neuen Atomwaffen umzuwandeln.

Pjöngjang hatte zuletzt die Rückkehr zu den im April einseitig aufgekündigten Sechser-Gesprächen über sein Atomprogramm vom Verlauf direkter Verhandlungen mit den USA abhängig gemacht.

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