Nordkorea: Sohn von Kim Jong Il fürchtet Zusammenbruch des Regimes

Nordkorea
Sohn von Kim Jong Il fürchtet Zusammenbruch des Regimes

Kim Jong Nam, der älteste Sohn von Kim Jong Il, hält einen Zusammenbruch des Regimes in Nordkorea für möglich. Kim Jong Un sei nur ein Repräsentant ohne Macht. Für Experten sind die Aussagen jedoch wenig aussagekräftig.
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TokioDer älteste Sohn des verstorbenen nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il hält einem Buch zufolge einen Zusammenbruch des kommunistischen Regimes für möglich. Das am Mittwoch veröffentlichte Buch des japanischen Journalisten Yoji Gomi stützt sich auf Interviews und langjährige E-Mail-Wechsel mit Kim Jong Nam.

Darin soll dieser gesagt haben, ohne Reformen und Liberalisierung stehe ein Zusammenbruch der Wirtschaft kurz bevor. Allerdings könne die Öffnung des Landes auch eine Gefahr für das Regime darstellen.

Gomi zitiert Kim Jong Nam in „Mein Vater, Kim Jong Il, und ich“ damit, dass der designierte Nachfolger seines Vaters, sein jüngerer Bruder Kim Jong Un, nur repräsentiere, aber keine Macht habe. „Ich habe meine Zweifel, ob ein Mann mit nur zweijähriger Führungserfahrung regieren kann“.

Sein Mitte Dezember verstorbener Vater hatte Kim Jong Un zu seinem Nachfolger auserkoren. Der älteste Sohn war in Ungnade gefallen, nachdem er 2001 versucht hatte, mit einem gefälschten Pass nach Japan einzureisen. Damals gab er an, das Disneyland Tokio besuchen zu wollen. Bis dahin galt er als wahrscheinlichster Nachfolger.

Experten halten Kim Jong Nams Aussagen für wenig aussagekräftig, da er einen Großteil seiner Zeit im Ausland verbringt und nur wenig Kontakt zu seiner Familie hält. Er lebt vor allem in China und der autonomen Region Macao, die wegen ihrer zahlreichen Kasinos als Las Vegas des Ostens bezeichnet wird. Das Buch von Yoji Gomi wurde dennoch mit Spannung erwartet, weil es Einblicke in das nach außen hin abgeriegelte Nordkorea und die Herrscherfamilie bietet. 

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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