Nordkorea und Guam
Kleine Insel, große Bedeutung

Guam ist zum Brennpunkt in der Auseinandersetzung zwischen Nordkorea und Amerika geworden. Jetzt hat Pjöngjang seine Pläne für einen Raketenangriff konkretisiert. Was hat es mit dem kleinen US-Außengebiet auf sich?
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Die Insel Guam im westpazifischen Ozean bietet für Nordkorea die Möglichkeit, den Feind USA militärisch zu treffen. Die Insel liegt etwa 3500 Kilometer südlich der Hauptstadt Pjöngjang und 6000 Kilometer westlich des US-Bundesstaats Hawaii - für die vier Mittelstreckenraketen vom Typ Hwasong-12, die der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un laut Nachrichtenagentur KCNA auf die Insel abfeuern möchte, nicht unerreichbar. Bis Mitte August werde der konkrete Einsatzplan vorliegen, kündigte das nordkoreanische Regime am Donnerstag an.

Macht Kim Jong Un seine Drohung wahr, würde er damit amerikanisches Territorium angreifen. Denn die 60 Kilometer lange und 20 Kilometer breite Insel ist eine der wichtigsten militärischen Vorposten der USA. Seit US-Truppen die Insel im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 eingenommen haben, ist die Bedeutung Guams für die US-Außenpolitik stetig gewachsen.

Zuerst wurde die Insel vor allem als Bekohlungsanlage für Dampfschiffe und als Kommunikationsstation genutzt. Von 1941 bis 1944 befand sie sich unter japanischer Besatzung, bis die USA sie zurückeroberten und als Luftwaffenbasis nutzten – zuerst für Bomben-Angriffe auf Japan während des Zweiten Weltkriegs, dann im Vietnamkrieg. Im Jahr 2000 bauten die USA ihre Militärpräsenz im ihrem westlichsten Territorium weiter aus, 2004 wurden die ersten B-52 Bomber dort stationiert. Nachdem Nordkorea mit der Auslöschung der B-52-Basis auf Guam drohte, stationierten die Amerikaner dort das Raketenabwehrsystems Thaad. 

Heute leben rund 6.000 Einsatzkräfte des US-Militärs auf der Insel auf knapp einem Drittel des Territoriums. Weitere 5.000 Marineinfanteristen des US-Stützpunkts auf der japanischen Insel Okinawa sollen dazukommen, nachdem die US-Regierung 2012 eine verstärkte politische Ausrichtung auf den pazifischen Raum angekündigt hatte. Bis 2020 sollen 60 Prozent der US-Marineflotte in den Pazifik verlagert werden, darunter sechs von elf Flugzeugträgern.

Momentan beherbergt der Luftwaffenstützpunkt Andersen im Norden Guams eine Hubschrauberstaffel und mehrere Langstreckenbomber. Am Marine-Stützpunkt befinden sich vier Atom-U-Boote und zwei U-Boot-Begleitschiffe. Diese sollen Seehandelsrouten wie die Straße von Malakka schützen und in der Region militärische Aufklärung betreiben. Im Krisenfall sollen die US-Soldaten zudem den Verbündeten in Japan, Südkorea, den Philippinen und Taiwan zur Hilfe eilen.

Das beruht auf Gegenseitigkeit. So verkündete der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera laut Nachrichtenagentur Kyodo, Japan dürfe Raketen abfangen, die auf Guam zielten. Ein Sprecher des Generalstabs in Seoul warnte, Südkorea und die USA würden mit einer starken Antwort auf nordkoreanische Provokationen reagieren. Am Nachmittag sollte zudem ein Krisentreffen des Uno-Sicherheitsrats stattfinden.

Derweil versuchen die USA, die Brisanz des Konflikts kleinzureden. Während eines Zwischenstopps in Guam sagte US-Außenminister Rex Tillerson, dass es keine unmittelbare Bedrohung gebe, die Amerikaner könnten ruhig schlafen. Die Rhetorik Trumps widerspiegele bloß die der Nordkoreaner. Damit bestätigt er die Videobotschaft von Guams Gouverneur Eddie Bazzo Calvo am Mittwoch, in der er eine akute Gefährdung ausschloss und das Weiße Haus zitierte, die Bedrohungsstufe sei nicht gestiegen. Zudem habe Washington zugesichert, die Insel auf jeden Fall zu verteidigen.

Guam genießt einen territorialen Sonderstatus. Für die rund 160.000 Einwohner hat das Vorteile: Sind US-Bürger, müssen aber keine Steuern zahlen - dürfen sich allerdings auch nicht an Präsidentschaftswahlen beteiligen. Teils befürworten die Bewohner Guams die Eigenverwaltung, andere plädieren für einen kompletten Beitritt zu den USA.

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  • Und dieser Mattis legt sogar noch nach, indem er mit der völligen Vernichtung Nord-Koreas droht. Diese Trump-Regierung ist wirklich gefährlich. Nur Herrn Spiegel gefällt es wahrscheinlich, wenn Trump hier einen Krieg lostritt.

    Mal sehen, wie die deutsche AfD sich zu Trump verhält, wenn sie erstmal im Bundestag sitzt. Dann haben wir das Trump-Bejubeln ganz real im deutschen Parlament. Würg.

  • Der Krieg ist der Vater aller Dinge, belesene Leute, wie Herr Trump wissen das. Heraklit

  • Unfassbar, wie Trump es geschafft hat, hier einen echten Konflikt herbeizureden. Unter Clinton wäre das garantiert nicht passiert. Jeder konnte wissen, dass Trump ein Kriegstreiber ist!

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