Nordkorea und Herr Kim
Des Diktators geheimnisvoller Parteikongress

Nordkoreas Führer Kim Jong Un eröffnet den Parteikongress mit einem Loblied auf sich selbst. Doch welche Themen ansonsten auf der Tagesliste stehen, darum ranken sich Gerüchte. Einige sind beängstigend.
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TokioDer erste Parteikongress von Nordkoreas Arbeiterpartei seit 36 Jahren hat am Freitag in Pjöngjang begonnen. Seit Monaten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Hunderte von Slogans sollten das Volk in Stimmung bringen, um vier Jahre nach dem Machtantritt des jungen Führers Kim Jong Un nun den Beginn seiner Ära zu demonstrieren.

Die Propaganda gipfelte am Donnerstag in einem musikalischen Höhepunkt. Das Präsidium der Volksversammlung zeichnete das Lied „Wir sind die Glücklichsten auf der Welt“ mit den nach dem Großvater und Vater des gegenwärtigen Führers benannten Kim-Il-Sung- und dem Kim-Jong-Il-Preisen aus.

Doch mehr, als dass der Kongress das Loblied von Marschall Kim singen wird, ist nicht bekannt. Selbst das genaue Datum des Kongresses gab das verschlossene Regime erst vorige Woche bekannt. Bis dahin hieß es nur, der Kongress solle Anfang Mai beginnen. Dementsprechend gespannt warten Korea-Experten in aller Welt darauf, was genau auf Kims Kongress passieren wird.

Ob personalpolitisch Weichen gestellt werden, ist eine der wichtigen Fragen. Wird Kims jüngere, vermutlich 29 Jahre alte Schwester Kim Yo-jong vom Rang einer stellvertretenden Direktorin im Zentralkomitee auf einen Posten mit Ministerrang befördert und damit die Macht der Dynastie gestärkt? Wird eine neue, jüngere Garde an Kadern die Macht übernehmen?

Darüber hinaus wird gerätselt, ob Kim auch wirtschaftspolitisch Reformakzente setzen wird, um die siechende Wirtschaft zu beleben. Er hatte die Militär-zuerst-Politik seines Vaters Kim Jong-Il abgeändert und eine Doppelstrategie ausgegeben. Die Entwicklung der Wirtschaft und des Atomwaffenarsenals sollen Hand in Hand gehen.

Es hatte auch weitere Reformen gegeben, die den wild sprießenden freieren Märkten mehr Platz zur Entfaltung einräumten. Lebensmittel werden schon lange auf freien Märkten gehandelt. Inzwischen gibt es sogar einen regen Immobilienmarkt in der Hauptstadt.

Selbst eine neue Arbeiterklasse entsteht außerhalb der Planwirtschaft, meint Korea-Experte Andrei Lankov von der Kookmin-Universität. Seine Schätzung: Schon jetzt machen private Aktivitäten 25 bis 50 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Ganz genau weiß das niemand.

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  • "sich auch als solche erkennt!

    Wo "

    Richtig: "SIE auch als solche erkennnt!.

     
                               Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "Es kann doch wohl nicht länger sein, dass die Bürger vielerorts im Grunde nur noch die Wahl zwischen der Pest und der Cholera haben, oder??!"

    Der Ort, den ich dabei aktuell besonders im Sinn habe, sind natürlich die USA.

    Und bei "ob die, denen wir hier "Kooperation" anbieten" verstehe ich folglich nicht die Politiker, sondern die Zivilbevölkerung.

    Wie gesagt, ich denke nicht national, sondern global.

    Dabei bitte ich zu bedenken, dass in unserem Lande, der BRD, immerhin jedermann die Möglichkeit hat, seine Meinung frei zu äußern (so wie ich), und, noch wichtiger, dass er hier die Möglichkeit hat, sich weitaus umfassender als anderswo zu informieren, wenn er denn will. Und ich hoffe inständig, dass das auch so bleibt!!! Daran habe ich angesichts der aktuellen gesellschaftlichen (und damit politischen) Entwicklungen nämlich zunehmend Zweifel.

    Diese Möglichkeit (= sich aus einem breitestmöglichen Fundus an Quellen zu informieren) aus reiner Bequemlichkeit - bzw. unter der fadenscheinigen Ausrede, man habe gerade "Wichtigeres" zu tun und daher keine Gelegenheit dazu, ist nicht nur dumm (weil letztlich selbstschädigend), sondern erfüllt aus meiner Sicht schon fast den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung.

    Einfach deshalb, weil man dringende Probleme und die sich daraus ergebenden Aufgaben nur dann in Angriff nehmen (und gemeinsam lösen) kann, wenn man sich auch als solche erkennt!

  • "Die Frage, Frau Bollmohr wird doch sein, ob die, denen wir hier "Kooperation" anbieten, überhaupt kooperieren wollen, (...)"

    Vernünftige Frage. Um zu verstehen, wen genau ich mit "wir" eigentlich meine, muss man wissen dass ich schon lange mit unserem altehrwürdig-musealen Politisystem "fertig" habe, da seine Mitglieder (die Politiker) allesamt so darin verstrickt bzw. gefangen sind, dass es ihnen gar nicht möglich ist (selbst wenn sie das wollen - was auf einige Politiker durchaus zutreffen dürfte, zumindest anfangs), die Interessen ihres jeweiligen Volkes Bevölkerung wirksam zu berücksichtigen.

    Ich denke also längst an den Politikern vorbei, d.h., mit "wir" meine ich die ganz normalen Bürger und höchstens noch ihre ganz lokalen(!!) Vertreter (wie z.B. Bürgermeister).

    Die Menschen werden sich früher oder später (besser früher!!!) schon im Eigeninteresse um den Aufbau einer neuen, wirklich demokratischen Internet-basierten politischen Infrastruktur bemühen müssen.

    Es kann doch wohl nicht länger sein, dass die Bürger vielerorts im Grunde nur noch die Wahl zwischen der Pest und der Cholera haben, oder??!

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