Nordkorea
USA fordern Abwehrsystem gegen Kims Raketen

Wie regieren die Großmächte auf Nordkoreas Raketenstart? Die USA wollen „noch nie da gewesene Sanktionen“ gegen das Regime durchsetzen – und den schnellen Aufbau eines Raketenabwehrsystems.

WashingtonDer Start einer Langstreckenrakete in Nordkorea könnte nach Einschätzung von Militärexperten den Aufbau eines US-Raketenabwehrsystems in Asien beschleunigen. Die USA und Südkorea erklärten, sie würden so schnell wie möglich formelle Gespräche über die Stationierung des Abwehrsystems THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) auf der koreanischen Halbinsel beginnen.

Das nordkoreanische Staatsfernsehen hatte berichtet, mit der Rakete sei ein Satellit ins All gebracht worden. Die USA und ihre Verbündeten betrachten den Start jedoch als Teil der Entwicklung ballistischer Raketen, die Atomwaffen über große Entfernungen transportieren können.

Daher forderten die USA auch „noch nie da gewesene Sanktionen“ gegen Pjöngjang an. Die amerikanische Uno-Botschafterin Samantha Power sagte am Sonntag, dies sollte sehr schnell geschehen und Maßnahmen enthalten, mit denen der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un nicht rechne.

Chinas Uno-Botschafter Liu Jieyi sagte allerdings, die angekündigte Resolution sollte Spannungen reduzieren und Nordkorea mit diplomatischen Mitteln dazu bringen, auf sein Atomwaffenprogramm zu verzichten. Die USA und China arbeiten seit dem jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest vom 6. Januar an einer weiteren Nordkorearesolution.

Das höchste Uno-Gremium hat dem kommunistischen Land bereits seit Jahren Atomwaffentests und die Entwicklung ballistischer Raketentechnologie untersagt. Mit ballistischen Raketen könnten nordkoreanische Atomwaffen beispielsweise auch die USA erreichen.

Ein Abwehrsystem gegen nordkoreanische Raketen ist daher schon länger im Gespräch. Bislang hat Südkorea aber eine breite Debatte darüber vermieden, um seinen wichtigsten Handelspartner China nicht zu verärgern. Die Regierung in China reagierte auch prompt auf die neue Diskussion. Sie sei besorgt darüber, dass ein System aufgebaut werden könnte, dessen Radar in chinesisches Hoheitsgebiet eindringe.

Wenn ein Land sich um seine eigene Sicherheit kümmere, sollte es nicht die Sicherheitsinteressen anderer Länder beeinträchtigen, erklärte das Außenministerium am Montag. In der englischsprachigen chinesischen Zeitung „Global Times“ hieß es, wenn THAAD erst einmal installiert worden sei, würden auch chinesische Raketen zum Ziel werden. Das würde die Sicherheitsinteressen Chinas verletzen.

Unterdessen kam es zu einem weiteren Zwischenfall im Grenzgebiet von Nord- und Südkorea. Ein Schiff der südkoreanischen Marine vertrieb mit Warnschüssen ein nordkoreanisches Patrouillenboot. Dieses hatte eine Grenzlinie nahe der Socheongdo-Insel verletzt, die nach dem Koreakrieg 1953 festgelegt, von Nordkorea aber nie akzeptiert wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%