Nordkorea warnt
„Harte Sanktionen wären Kriegserklärung“

Nordkorea rasselt weiter mit dem Säbel. Das Land hat mit weiteren Atomtests gedroht, sollten die Vereinten Nationen tatsächlich Sanktionen verschärfen und ein Waffenembargo durchsetzen. Man werde jede Strafe als Kriegserklärung auffassen, heißt es aus Pjöngjang. Doch immer mehr Experten und Politker glauben, dass Kim Jong Il blufft.

HB TOKIO/PARIS. Nordkorea würde nach Darstellung eines offiziellen Vertreters harte internationale Sanktionen wegen des Atomtests als kriegerischen Akt werten. „Wenn umfassende Sanktionen verhängt werden, würden wir dies als Kriegserklärung ansehen“, sagte ein nicht näher genannter Vertreter Nordkoreas in Peking der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

„Je mehr Druck sie auf uns ausüben, desto stärker wird unsere Antwort ausfallen.“ Es hänge von der politischen und diplomatischen Einschätzung der Lage ab, ob es weitere Atomtests geben werde. Im Falle einer Aufhebung der Sanktionen sei Pjöngjang bereit, im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche an den Verhandlungstisch zurückzukehren, deutete die Nummer zwei des kommunistischen Regimes, Kim Yong Nam, nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo.

Am Morgen sorgtenSpekulationen über einen möglichen zweiten Atomwaffentest Nordkoreas erneut für Unruhe und Verwirrung in Asien. Ein Beamter des japanischen Außenministeriums hatte zunächst gesagt, seine Regierung überprüfe diesen Verdacht. Möglicherweise bestand ein Zusammenhang mit einem Erdbeben vor der japanischen Küste. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte aber, ihm lägen keine Informationen vor, die dies bestätigen würden.

Die australische Regierung äußerte sich besorgt über neue Informationen, die auf einen bevorstehenden weiteren nordkoreanischen Atomwaffentest hindeuteten. Einzelheiten teilte Außenminister Alexander Downer nicht mit.

Gleichzeitig mehren sich die Zweifel an den Angaben des Landes zu seinem ersten Atomwaffentest vom Montag. Die französische Regierung geht davon aus, dass der Test entweder fehlgeschlagen ist oder Nordkorea gar keinen atomaren Sprengsatz gezündet hat.

„Was wir beobachtet haben, war eindeutig eine Explosion von begrenztem Umfang“, sagte die französische Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie dem Rundfunksender Europe 1. „Angesichts der geringen Sprengkraft ist es heute aber schwer zu sagen, ob es eine große, aber konventionell herbeigeführte Explosion war oder eine Atomexplosion. Wenn es eine Atomexplosion war, dann ist sie misslungen.“ Dies mache die Lage jedoch nicht weniger ernsthaft, fügte sie hinzu.

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