Nordkoreas Atomprogramm: Trump sieht keine Gefahr für USA

Nordkoreas Atomprogramm
Trump sieht keine Gefahr für USA

Nordkorea kündigt den Test einer atomar bestückbaren Interkontinentalrakete an. Den designierten US-Präsidenten Trump scheint das nicht besonders zu sorgen. Wie gewohnt reagiert er über den Kurznachrichtendienst Twitter.
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WashingtonDer designierte US-Präsident Donald Trump wiegelt jüngste atomare Drohungen Nordkoreas ab. Er glaube nicht, dass Pjöngjang eine Nuklearbombe mit Reichweite bis zu den Vereinigten Staaten bauen könne, twitterte Trump am Montagabend.

Unklar war aber, ob er damit meinte, dass er Nordkorea davon abhalten wolle oder nur die nuklearen Fähigkeiten des Landes anzweifelte. Trumps Berater waren für eine Erklärung vorerst nicht zu erreichen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache am vergangenen Sonntag erklärt, dass die Vorbereitungen für den Start einer Interkontinentalrakete in den „letzten Zügen“ seien. Dazu twitterte Trump: „Das wird nicht passieren!“ Zudem griff er China an. Es „zieht mit total einseitigem Handel massiv Geld und Reichtum aus den USA ab, hilft aber nicht bei Nordkorea. Toll!“

Wenige Stunden später keilte das staatlich geführte chinesische Boulevardblatt „The Global Times“ zurück. Trump leiste mit seiner Äußerung „unverantwortlichem Verhalten Vorschub“, hieß es in einem Artikel der Zeitung. Nordkoreas Atomprogramm „schürt Ängste bei einigen Amerikanern“, die China die Schuld geben anstatt sich selbst zu prüfen.

China gilt nicht nur als Nordkoreas engster Verbündeter, sondern auch als wirtschaftlicher Anker des kommunistischen Landes. Zwar hat Peking den Nachbarn wegen Atomtests öffentlich gerügt, doch halten Kritiker der Volksrepublik vor, nicht genügend wirtschaftlichen Druck auf Pjöngjang auszuüben.

Seit seinem Wahlsieg im November ist Trump wiederholt mit scharfer Kritik an China aufgefallen. Er sprach sogar mit Tsai Ing-wen, der Präsidentin von Taiwan. Den Inselstaat sieht China als abtrünnige Provinz an.

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Brief von Spitzenwissenschaftlern an Trump

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  • Warum sollte Trump auch in Nordkorea ein Problem sehen. Nordkorea hat sein Jahren die Atombombe und ist bitter arm. Die USA haben Abwehrschirme und wissen ganz genau, wenn sich in Nordkorea ein Floh bemerkbar macht.
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.
     

  • Die USA haben in den vergangenen Jahrzehnten eine Politik mit China (Nr. 3) gegen Russland (Nr. 2) verfolgt. Sprich sie haben seit Ende des Koreakriegs das Bündnis mit China gegen den einstigen militärischen Hauptrivalen UDSSR/Russland gesucht. Mittlerweile ist Russland kein ebenbürtiger Herausforderer der USA mehr. China ist zum wirtschaftlichen Rivalen aufgestiegen. Politisch/militärisch agiert China zunehmend aggressiver.

    Offensichtlich möchte dies Trump umkehren und sucht die Zusammenarbeit mit Russland gegen die aktuelle Nr. 2 China.


    Nordkorea ist ein unbequemer Alliierter Chinas der wiederum die US Verbündeten Südkorea und Japan bedroht. Das Trump die Drohungen Nordkoreas negiert kann einen politischen Grund haben. Da die USA die Bedrohung Nordkorea nicht ausschalten können werden die Drohungen durch Nordkorea öffentlich ignoriert


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