Nordmexiko
Drogenmafia zwing Polizeichef zum Rücktritt

Der Drogenkrieg in Mexiko hat einen neuen Höhepunkt erreicht: 51 Menschen sind am Freitag im Dorgenkrieg umgekommen, die Hälfte davon im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua, berichtete die Zeitung „El Universal“ am Samstag. Am selben Tag ist auch noch der Polizeichef der größten Stadt im Bundesstaat zurückgetreten – die Drogenmafia hatte ihm ansonsten mit schlimmen Konsequenzen gedroht.

HB MEXIKO-STADT. In der größten Stadt des Staates, Ciudad Juárez, trat am Freitag Polizeichef Roberto Orduña Cruz auf Druck der Drogenmafia zurück. Die Verbrecher hatten damit gedroht, jeden zweiten Tag einen Polizisten zu ermorden, falls Orduña im Amt bleiben sollte.

Orduña sagte am Freitag in der Stadt an der Grenze zu den USA, er wolle nicht das Leben von Untergebenen aufs Spiel setzen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hatten Mitglieder der Drogenmafia am selben Tag einen Polizisten und einen Gefängniswärter umgebracht. Die Drogenkartelle haben schon öfter Bürgermeister, Staatsanwälte oder Polizisten im Norden Mexikos gezwungen, ihre Ämter aufzugeben, wenn sie sich ihnen in den Weg stellten.

Wie "El Universal" am Samstag weiter berichtete, sind seit Anfang des Jahres in dem Krieg der Kartelle untereinander und gegen den Staat bereits 1003 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl sei 2008 erst am 22. April, und 2006 erst nach einem halben Jahr erreicht worden, hieß es in dem Bericht.

Nach den Worten des Bürgermeisters von Ciudad Juárez, José Reyes Ferriz, tauchten in der Stadt seit zwei Tagen sogenannte "Narco- Botschaften" mit den Drohungen gegen die Polizei auf. Sie seien am Freitag mit der Ermordung des Polizisten und des Gefängniswärters verwirklicht worden. An beiden Leichen seien entsprechende Botschaften mit Bezug auf den Polizeichef gefunden worden.

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