NSA-Affäre
BND soll Kanzleramt 2008 vor Spionage gewarnt haben

Der BND soll einem Medienbericht zufolge das Kanzleramt Anfang 2008 vor US-Wirtschaftsspionage durch die NSA gewarnt haben. Der damalige Kanzleramtschef de Maiziere soll die Warnung aber als übertrieben bewertet haben.
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BerlinDer BND soll einem Medienbericht zufolge das Bundeskanzleramt Anfang 2008 vor US-Wirtschaftsspionage und möglichen Schäden für die europäische Wirtschaft gewarnt haben. Das Kanzleramt sei informiert worden, ein Zugang des US-Geheimdienstes NSA zu einem Datenknotenpunkt in Frankfurt bedeute unkalkulierbare Gefahren auch für europäische Konzerne, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab.

„Eine umfassende Kooperation mit den USA auf europäischem Boden birgt das Risiko innereuropäischer politischer Verwerfungen“, zitierte das Magazin den Bundesnachrichtendienst (BND). Die Mahnung sei im Kanzleramt unter seinem damaligen Chef Thomas de Maiziere aber als übertrieben bewertet worden, berichtete das Magazin aus internen Regierungsdokumenten.

Der BND steht im Verdacht, die NSA bei Spähaktionen gegen europäische Regierungen oder Unternehmen geholfen zu haben. Die USA übermittelten dem BND dazu regelmäßig Suchbegriffe, sogenannte Selektoren. Bislang ist unklar, wer wann im Kanzleramt über die Aktivitäten wusste. Innenminister de Maiziere hat sich nach einer Befragung im Geheimdienst-Kontrollgremium des Bundestags als entlastet bezeichnet. Als Kanzleramtschef habe er 2008 nichts über Suchbegriffe des US-Geheimdienstes NSA zum Zwecke von Wirtschaftsspionage erfahren.

Dem „Spiegel“ zufolge hat die NSA zudem in größerem Umfang gegen deutsche Interessen spioniert als bislang bekannt. Mehr als die Hälfte der rund 40.000 Suchbegriffe des NSA, die der BND in der Abhörstation Bad Aibling verwenden sollte, seien eingesetzt worden. Sie seien damit tatsächlich zur Ausforschung von Behörden, Unternehmen und anderen Zielen in Europa verwendet worden. In einem Testat an das Bundeskanzleramt hatte der BND Ende April lediglich über 12.000 Suchbegriffen informiert, die im August 2013 aktiviert gewesen seien. Laut "Spiegel" wurden bei einer neuen Suche weitere 13.000 aktive Selektoren gefunden.

Im Parlamentarischen Kontrollgremium löst dies Unverständnis aus. Es gebe "offensichtlich erhebliche Defizite im BND", sagte der SPD-Abgeordnete Burkhard Lischka dem Magazin.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " NSA-Affäre: BND soll Kanzleramt 2008 vor Spionage gewarnt haben"

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  • - Die Mahnung sei im Kanzleramt unter seinem damaligen Chef Thomas de Maiziere aber als übertrieben bewertet worden, berichtete das Magazin aus internen Regierungsdokumenten. -

    Schlaf wohl, schlaf wohl und ruhe sanft.

  • Man muss sehen, dass alle Deutschen Regierungen seit 1949 den Amerikanern dienen und die Atlantiger tun es besonders gerne. Dazu gehört auch Merkel die
    nur Schweigen muss zu diesen Vorfällen weil eben alles Geheim ist und Ströbele und Co von Amerikanern rund um die Uhr ja abgehört werden ,damit sie unter Kontrolle sind. Auch wenn Ströbel sagt , dass er alles vermeidet um abgehört zu werden, aber Fehler macht man immer und trauen kann man niemanden in Berlin.

    Deutschland hat ständig gegen Sanktionen die gegen Staaten ausgesprochen wurden verstossen. Gerade der Iran wurde Entsanktioniert durch unsere Wirtschaft mit Berliner Hilfe und der Türkei. Hier haben die Amerikaner natürlich ein Interesse an diesen Firmen die das heimlich betreiben. Selber betreibt die Groko einen Kontrollwahnsinn gegen die eigenen Bürger die die alte Stasi alt aussehen lässt. "Vertrauen ist wichtig, aber Kontrolle ist sicher" Stalin ! Das
    hat die Groko übernommen und schnüffelt in allen Bürgerbereichen schlimmer rum, als es Stalin konnte weil es ihm an Technik fehlte.

    Schuld hat der Bürger selber , der auch noch hunderte Euro für Geräte ausgibt , die ihn rund um die Uhr überwachen können, während er oder Sie wie eine Mobile Intensivstation verkabelt durch die Strassen hetzt.

    Historiker werden einmal für diese Zeit einen Namen finden.

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