NSA-Affäre
Merkel und Hollande als Aufklärer

Immer neue Enthüllungen zu den Machenschaften der NSA: Der US-Geheimdienst soll nicht nur die Kanzlerin, sondern viele andere internationale Top-Politiker ausspioniert haben. Die Europäer wollen Aufklärung.
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Berlin/Brüssel/LondonEuropa rückt bei der Aufklärung der NSA-Affäre zusammen: Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande sollen bei US-Präsident Barack Obama Druck machen. Berlin und Paris wollen von ihm erfahren, was der US-Geheimdienst NSA treibt. Dieser überwachte laut Medien die Telefone von 35 internationalen Top-Politikern, darunter Merkel. Eine Spezialeinheit könnte von der US-Botschaft am Brandenburger Tor aus die Überwachung der Kanzlerin gesteuert haben. Nach dem Lauschangriff auf Merkels Handy wollen Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen jetzt über mehr Datenschutz reden. Die Grünen forderten Asyl für NSA-Enthüller Edward Snowden, der in Russland sitzt.

Merkel und Hollande sollen beim Dezember-Gipfel der EU über die künftige Zusammenarbeit der Geheimdienste Bericht erstatten. Der deutsch-französischen Initiative könnten sich andere Länder anschließen, sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Freitagmorgen in Brüssel. Merkel schickte eine klare Botschaft an Obama: „Misstrauen erschwert die gemeinsame Arbeit.“ Man müsse mit den USA gerade beim Datenschutz eine neue Basis finden: „Für die Zukunft muss etwas verändert werden und zwar gravierend“, sagte sie.

Eine Unterbrechung der Gespräche über ein Freihandelsabkommen mit den USA sei beim EU-Gipfel nicht gefordert worden, stellte Merkel klar. Für die vom Europaparlament verlangte Aussetzung der Weitergabe verdächtiger Bankdaten an die Amerikaner zeigte die deutsche Regierungschefin „gewisses Verständnis“. Dies müsse aber unter Sicherheitsaspekten genau abgewogen werden.

Der britische „Guardian“ schrieb unter Berufung auf Snowden-Unterlagen, dass die NSA die Telefon-Kommunikation von 35 Top-Politikern überwachte. Das NSA-Dokument stamme aus dem Jahr 2006. Namen seien darin nicht genannt. Insgesamt habe ein US-Beamter 200 Nummern dem Abhördienst übergeben.

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Merkels Parteihandy ist weniger geschützt

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  • Abhoerskandal 5 bis 10 Jahre Reparaturzeit
    EU-Politiker die jetzt von SpionageAbkommen mit USA reden sind unbelehrbar nachdem ueber 10 Jahre die ganze Schicht von fuehrenden USPolitikern die EU in allen Laendern+auf allen Ebenen vorgelogen hat.Laender wie USA haben hunderte von Milliarden Euros Steuergeld dafuer benutzt um politische,militairische,organisatorische+betriebswirtschaftliche Handelsvorteile zum Nachteil von der EU zu erzielen.Um den entstandenen Schaden in allen Laendern+auf allen Ebenen zu reparieren braucht man 5 bis 10 Jahre Zeit.Mann koennte ExpertenAusbildungsTeams bilden die kommende Jahre: die Politik,das Militair,EULaender-Infrastrukturen,Betriebe,Industrie+Handelsunternehmen mit Rat+Tat unterstuetzen.Besonders kleinere Laender brauchen Unterstuetzung weil die nicht die Expertise besitzen.Steuervorteile ueber die EU koennten nuetzlich sein.In Kommunikationsmittel,Kommunikation+Internet+Verbindungen muss die EU selbststaendig werden.An den Initiativen von unseren Politikern wird man ersehen koennen ob diese bereit sind ihre Fehler einzugestehen oder ob sie korrumpiert sind

  • Merkel und Hollande als Aufklärer
    ______________________

    Aha, Inspector Clouseau und Cato Merkel Fong.......

  • Was hat Frau Merkel Herrn Hollande gesagt?

    N-TV meldet:
    US-Experte: Merkel wusste Bescheid

    Hat der US-Expert gelogen oder hat Frau Merkel Herrn Hollande wirklich die Wahrheit gesagt oder ihn auch angelogen?

    Die Nummer ist zu groß geworden, als dass dies mit Baueropfern geregelt werden könnte.

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