NSA-Affäre
Obama trifft Internet-Konzernchefs

Die Überwachung durch die landeseigenen Geheimdienste stand erneut im Mittelpunkt bei einem Treffen von Obama mit den Konzernchefs von Facebook, Google, und Yahoo. Seit der NSA-Affäre ist die Stimmung angeschlagen.
  • 0

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat erneut mehrere Chefs großer US-Internetkonzerne im Weißen Haus empfangen, darunter Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Google-Erfinder Eric Schmidt.

Es ging dabei vor allem um die von Obama angeordnete Reform der Geheimdienstüberwachung, teilte die Regierung nach dem Treffen am Freitag mit. Der Präsident habe den Konzernchefs über den Stand der Ermittlungen informiert, teilte das Weiße Haus mit. Diese haben zum Ziel, das komplexe Verhältnis zwischen Regierung, ihren Bürgern und deren Recht auf private Informationen zu beleuchten.

Neben der sogenannten „Big Data Review“ wies Obama im Januar das Justizministerium an, bis zum 28. März Alternativkonzepte für die Lagerung von Millionen von Telefondaten von Amerikanern vorzulegen, die der Geheimdienst NSA derzeit speichert.

Vor dem Treffen im Weißen Haus äußerte Zuckerberg auf seiner eigenen Facebook-Seite jedoch harsche Kritik an den Überwachungsprogrammen der Regierung. Das habe er Obama dann auch direkt mitgeteilt, teilte das soziale Netzwerk später mit. Daraus habe sich ein „ehrliches“ Gespräch über staatliche Eingriffe und deren Folgen für das Vertrauen der Menschen in das Internet entwickelt.

Obama war wegen der massiven Überwachung des Geheimdienstes NSA unter massive Kritik der Internetkonzerne geraten. Zuckerberg hatte kürzlich Obama angerufen und sich beschwert. Die Regierung solle „ein Verteidiger des Internets sein und keine Bedrohung“.

„Zwar hat die Regierung inzwischen hilfreiche Schritte zur Reform ihrer Überwachungspraktiken unternommen, doch das ist einfach nicht genug“, erklärte Facebook-Sprecherin Jodi Seth weiter.

An dem Treffen am Freitag nahmen den Angaben zufolge unter anderem Netflix-Chef Reed Hastings und Dropbox-Chef Drew Houston teil. Auch die Chefs von Google und Yahoo, Larry Page und Marissa Mayer, seien eingeladen, hieß es zuvor in Medienberichten. Für Mayer sei der Termin aber zu kurzfristig gekommen.

Page hatte sich erst diese Woche enttäuscht über das Vorgehen der US-Regierung gezeigt und eine öffentliche Debatte über die Überwachungsprogramme gefordert.

Der NSA-Skandal hat spürbar einen Keil zwischen die Internet-Industrie und die US-Regierung getrieben. Bereits vergangenes Jahr hatte sich Obama nach Beginn der NSA-Enthüllungen mit den Tech-Konzernchefs zusammengesetzt.

Dabei schlug Mark Pincus, Gründer der für Online-Spiele wie „Farmville“ bekannten Spielefirma Zynga, nach CNN-Informationen vor, den Informanten Edward Snowden nicht zu bestrafen. Obama habe abgelehnt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " NSA-Affäre: Obama trifft Internet-Konzernchefs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%