Nuklearkonflikt
Bericht: Iran arbeitet an der Atombombe

Der Atomkonflikt mit dem Iran spitzt sich weiter zu: Geheimdienste warnen einem britischen Zeitungsbericht zufolge davor, dass Teheran weiter nach der Atombombe strebe. Mit Hochdruck werde seit Monaten nach passenden Bauteilen gesucht. Auch eine Rakete mit Reichweite bis nach Europa sei geplant.

HB LONDON. Der Iran bemüht sich nach britischem Geheimdienst in Europa um Bauteile für Atombomben und Raketen, wie die Londoner Zeitung „Guardian“ berichtete. Die Regierung in Teheran suche nach Komponenten sowie Know-how „für militärische Anwendungen aller Art“, zitiert das Blatt aus dem vertraulichen Bericht.

Dieser stütze sich auf Erkenntnisse des britischen, französischen, belgischen und deutschen Geheimdienstes und datiere vom Juli 2005. Aufgeführt seien Namen und Aufenthaltsorte von Personen, die des Handels mit Bauteilen für Massenvernichtungswaffen verdächtigt würden. Der Iran hat wiederholt erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich der friedlichen Nutzung.

Der Bericht dürfte die Gespräche zwischen der EU und dem Iran über eine Lösung im Atomstreit zusätzlich belasten. Erst am Dienstag hatte Teheran angekündigt, die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wieder aufzunehmen. Die Bundesregierung forderte daraufin den Iran auf, entsprechend den im Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA verabschiedeten Resolutionen zur dauerhaften Suspendierung aller anreicherungsbezogenen Maßnahmen zurückzukehren. „Eine Umsetzung dieser iranischen Ankündigung könnte die geplanten Sondierungsgespräche in Frage stellen", sagte Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger.

Vor allem die USA befürchten, dass das Land Brennstoff herstellen will, um Atombomben zu bauen. Der Iran hat jedoch stets erklärt, dass das Atomprogramm ausschließlich zivilen Zwecken diene. Ende Dezmeber hatten Deutschland, Großbritannien und Frankreich für die Europäische Union (EU) mit dem Iran vereinbart, die auf Eis liegenden Gespräche über eine Lösung im Atomstreit voraussichtlich im Januar wieder aufzunehmen.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte in der Vergangenheit wiederholt mit Israel-feindlichen Äußerungen für Empörung gesorgt. So forderte Ahmadinedschad, Israel von der Landkarte zu tilgen und den Staat nach Deutschland oder Österreich zu verlegen. Den Holocaust nannte das iranische Staatoberhaupt einen "Mythos".

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