Nuklearkonflikt
Iran besteht auf seinem Atomprogramm

Der Iran besteht auf seinem Recht zur Anreicherung von Uran für friedliche Zwecke. Trotz internationaler Kritik will das Land seine nukleraren Aktivitäten wieder aufnehmen. Bundesaußenminister Fischer droht Teheran nun mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrats.

HB NEW YORK. Iran werde nicht auf Dauer „Diskriminierungen“ bei der Nutzung der Nuklearenergie hinnehmen, sagte der iranische Außenminister Kamal Charrasi bei der Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages in New York. Teheran wolle mit einigen nuklearen Aktivitäten fortfahren, sei jedoch bereit, alle erforderlichen Garantien zu geben, dass es Atomkraft ausschließlich für friedliche Zwecke zu nutzen.

Bundesaußenminister Joschka Fischer zeigte sich besorgt über die Ankündigung. Er befüchte ein Scheitern der EU-Atomgespräche mit dem Iran. „Ich hoffe, dass der Prozess nicht kollabiert und wir ihn über die (Präsidenten-)Wahlen im Iran (17. Juni) hinwegbekommen. Die Iraner wissen aber auch, was in einem solchen Fall die Alternative wäre: Der Gang in den Sicherheitsrat", sagte er dem Nachrichtensender n-tv. Die USA streben bereits seit längerem an, den Streit um das iranische Atomprogramm vor den Weltsicherheitsrat zu bringen.

Die iranische Regierung reagierte mit Unverständnis. Sie hatte bereits zuvor den Vorwurf von Fischer zurückgewiesen, sie habe im Zusammenhang mit ihrem Atomprogramm das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft erschüttert. „Wir würden die Gespräche mit den Europäern auch gerne wieder aufnehmen, nur müssen die sich auch an die Abkommen halten und sich nicht von den USA beeinflussen lassen“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Agha Mohammadi der Nachrichtenagentur ISNA.

Die iranische Führung will noch in dieser Woche entscheiden, ob die Gespräche mit dem EU-Trio Deutschland, Frankreich und Großbritannien fortgesetzt werden sollen oder nicht.

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