Nuklearkonflikt
Irans Präsident will neue Atom-Verhandlungen

Im Streit über das Atomprogramm hat sich nun auch der neue iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu Wort gemeldet. Ahmadinedschad erklärte sich zu einer Fortsetzung der Gespräche mit der EU bereit. Die Atomanlage in Isfahan soll aber dennoch wieder in Betrieb genommen werden.

HB THEHERAN. „Ich habe neue Initiativen und Vorschläge, die ich präsentieren werde, sobald meine Regierung ihre Arbeit offiziell aufgenommen hat“, sagte er der iranischen Nachrichtenagentur ISNA zufolge in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Die Islamische Republik habe sich nicht unrechtmäßig verhalten, als sie die Uran-Konversion in der Atomanlage Isfahan am Montag wieder aufgenommen habe. Ahmadinedschad war am Samstag vereidigt worden.

Die UN-Atombehörde beriet am Dienstag über das weitere Vorgehen in dem Konflikt. Der Atomstreit könnte letztlich vor dem UN-Sicherheitsrat landen, der Sanktionen gegen den Iran verhängen kann. Die EU hatten wegen der jüngsten Spannungen mit einem Ende der Vermittlungsgespräche gedroht.

Bush bleibt "zutiefst misstrauisch“

Die USA werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung Atomwaffen entwickeln zu wollen. Die iranische Regierung bestreitet dies. Sie hatte am Wochenende ein jüngstes Kompromissangebot der Europäischen Union (EU) abgelehnt, das wirtschaftliche Anreize für einen Verzicht auf die Uran-Anreicherung vorsah.

In dem Konflikt verhandeln seit zwei Jahren Deutschland, Großbritannien und Frankreich im Namen der EU und mit Unterstützung der USA. Uran kann je nach Anreicherungsgrad zum Bau von Atombomben oder zur Erzeugung von Kernenergie verwendet werden.

US-Präsident George W. Bush begrüßte Irans Angebot zu neuen Verhandlungen über sein Atomprogramm. „Das ist eine positive Entwicklung“, sagte Bush. Er bleibe aber „zutiefst misstrauisch“, dass die Islamische Republik Nuklearwaffen entwickeln wolle. Der neue iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte zuvor erklärt, er wolle neue Vorschläge zur Lösung des Streits unterbreiten.

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