Nuklearpotenzial
EU will von Israel ein bisschen mehr wissen

Nach Aufsehen erregenden Äußerung des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert will die Europäische Union genauer wissen, was er damit gemeint hat. Fragt sich nur, ob Olmert nach seinem Rückzieher geneigt ist, sich noch einmal in die Nesseln zu setzen.

HB HELSINKI. Der finnische Verteidigungsminister Seppo Kääriäinen, der bis zum Jahresende den Vorsitz im EU-Rat der Verteidigungsminister hat, sagte der „Berliner Zeitung“: „Ich denke, dass sich Herr Olmert noch näher erklären müsste, was diese Information tatsächlich bedeutet“. Vor allem aber hoffe er, „dass das internationale Krisenmanagement, das im Sommer in Libanon begann, ohne Beeinträchtigungen fortgesetzt werden kann“.

„Die EU wird aber sehr genau beobachten, welche Reaktion die israelische Erklärung in der Region hervorruft“, versicherte Kääriäinen. Die EU habe bei der Beilegung der Feindseligkeiten und beim israelischen Rückzug aus Südlibanon einen konstruktiven und effektiven Beitrag geleistet. Dies solle auch unter der im Januar beginnenden deutschen Ratspräsidentschaft fortgesetzt werden. Für ein zusätzliches militärisches Engagement in der Region gebe es keine Pläne, so Kääriäinen.

Olmert hatte in einem Fernsehinterview Israel in einem Atemzug mit den Atommächten USA, Frankreich und Russland genannt und damit den Eindruck erweckt, er räume erstmals einen Kernwaffenbesitz ein.In seinem Heimatland lösten die Äußerungen ein politisches Erbeben aus. Dort stehen öffentliche Aussagen über Israels Nuklearpotenzial unter Strafe. Es gilt allerdings unter Experten und Diplomaten als offenes Geheimnis, dass das Land ein Arsenal von bis zu 200 atomaren Sprengköpfen aufgebaut hat.

Inzwischen machte der Regierungschef einen Rückzieher. Er bekräftigte den seit Jahrzehnten bekannten Standpunkt des Landes: Israel werde nicht das erste Land sein, das im Nahen Osten Atomwaffen einführe.

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