Nuklearprogramm
Iran zieht umstrittenes Atomprogramm durch

Iran treibt sein Atomprogramm unbeirrt voran und missachtet konsequent die Anordnungen des Uno-Sicherheitsrates. Die Ermittler können die „Existenz möglicher militärischer Dimensionen“ des iranischen Nuklearprogramms nicht ausschließen und warnen vor der Inbetriebnahme eines Schwerwasserreaktors in Arak.

GENF/TEHERAN. Das geht aus einem neuen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hervor, der am Donnerstag im IAEA-Rat der Gouverneure zur Debatte steht.

Zudem warnen die Experten: Trotz Sanktionen des Sicherheitsrates gegen Iran geraten Atomwaffen immer mehr in die Reichweite der politischen Führung des Landes. Somit finden die USA und ihre Verbündeten weiter keine wirksame Strategie gegen die Nuklearambitionen Teherans. Washington verdächtigt die Iraner, eine atomare Bewaffnung anzustreben. Teheran bestreitet das.

Die „Iran News“ kommentierte: „Genug ist genug. Die IAEO kommt in immer neuen Reports zu immer gleichen Aussagen, dass es unklar sei, ob Irans Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken diene. Das beste ist deshalb nun, endlich die Zusammenarbeit mit der IAEO einzustellen und keine Atom-Inspektoren mehr in den Iran einreisen zu lassen.“ Irans IAEO-Botschafter Ali Ashgar Soltanieh wies zudem Medienberichte zurück, denenzufolge Iran aus für Atomkraft schwach angereichertem Iran hochangereichertes und waffenfähiges Material für Nuklearwaffen mache: „Das ist technisch nicht über Nacht machbar.“

Der Report der Wiener Uno-Behörde stellt dagegen klar: Die Iraner zielen weiter darauf ab, Uran auf industriellem Niveau anzureichern. Teherans Spezialisten haben den Angaben nach rund 630 Kilogramm niedrig angereichertes Uran produziert. Damit ignoriert Teheran die zentrale Forderung des Uno-Sicherheitsrates: Das Gremium verlangte mehrmals die Einstellung der Urananreicherung.

Im Iran herrscht derweil eine – in anderen politischen und wirtschaftlichen Fragen ungeahnte – Einigkeit im Atom-Streit. Iran habe das „klare Recht zur friedlichen Nutzung der Nuklearenergie und der Westen muss endlich seine Tonlage gegenüber dem Iran ändern“, verlangte Akbar Hashemi Rafsandschani. Er ist der mächtige Chef des iranischen Expertenrats und hatte den radikalen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in den vergangenen Tagen wegen der sich verschärfenden Wirtschaftskrise im viertgrößten Ölförderland der Welt scharf angegriffen. Auch Parlamentschef Ali Laridschani warf der IAEO vor, „unendlich zu reden statt zu klaren Schlüssen zu kommen. Je intensiver Iran mit der IAEO kooperiert, desto mehr Fragen werden erhoben statt klare Antworten gegeben.“

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