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13.05.2008 

Die zum Teil beißende Kritik an der Kriegsführung machte manchen Offizier nervös. Damals sorgte Generalleutnant Elazar Stern, so etwas wie der Personalchef der Streitkräfte, für Aufregung: Er wies darauf hin, dass von den 119 gefallenen israelischen Soldaten im Libanon nur drei aus Tel Aviv, Israels zweitgrößter Stadt, kamen. Stern sah dies als Beweis dafür, dass sich Jugendliche aus Tel Aviv überdurchschnittlich oft vor dem Militärdienst drücken oder einen bequemen Posten in der Armeeverwaltung suchen. Und überhaupt sei Israels Jugend „zu soft“.

Damit habe es sich Stern zu einfach gemacht, sagen viele Israelis. Der Wertewandel sei eine Sache, die Vertrauenskrise eine andere. Die Bereitschaft der Israelis, Jahre ihres Lebens – und nicht selten ihr Leben – zu opfern, ist eng gekoppelt an das Vertrauen in die politische Führung. Doch schlampig ausgeführte Waffengänge wie im Libanon oder Spitzenpolitiker unter Korruptionsverdacht wie jüngst Ministerpräsident Ehud Olmert unterminieren das Vertrauen in die Armee mit ihren 168 000 Soldaten.

Noch etwas verärgert viele Israelis: die Vorzugsbehandlung orthodoxer Jugendlicher: Sie müssen keinen Militärdienst leisten. Im Juli 2007 verlängerte das Parlament die Ausnahmeregelung um fünf Jahre. „Wir sind doch nicht die Trottel der Nation“, schrieb daraufhin der stellvertretende Bataillonskommandeur Gil Bickel an die Abgeordneten der Knesset – und schickte seine militärischen Abzeichen zurück: „Ich werde nicht mehr zu meinen Reserveübungen erscheinen und wenn ich dafür ins Gefängnis muss.“ Der 37-Jährige hat 16 Jahre seinen Dienst geleistet und wurde dafür wie fast alle der 450 000 Reservisten jedes Jahr für bis zu 45 Tage für Übungen aus seinem Berufsleben gerissen.

Die Armee geht nun in die Offensive – auf ihre Art. Sie plant eine moderne Tanztruppe, die potenzielle Verweigerer zum Ableisten des Militärdienstes motivieren will. Bei so viel Aktionismus würde es auch niemanden wundern, wenn Israels Streitkräfte bald auch in TV-Casting-Shows um Rekruten buhlen würden.

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