Nullzins bleibt
Fed senkt Wachstumsprognose

Die US-Notenbank sieht die amerikanische Wirtschaft weiter auf einem mäßigen Wachstumskurs und erwartet auch längerfristig nur eine zahme Inflation. Deshalb bleibt sie bei ihrer lockeren Geldpolitik.
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New YorkDie Erholung der amerikanischen Wirtschaft kommt langsamer voran als erwartet. Wie Fed-Präsident Ben Bernanke auf der Pressekonferenz nach dem jüngsten Zinsentscheid mitteilte, habe die Notenbank ihre Wirtschaftswachstum-Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Die Fed gehe nunmehr für 2011 von einem Zuwachs zwischen 3,1 und 3,3 Prozent aus. Im Januar war ein Wachstum von 3,4 bis 3,9 Prozent vorausgesagt worden.

Bernanke sagte, er erwarte auch für das erste Quartal dieses Jahres ein schwächeres Wachstum als zuvor erwartet - etwas weniger als 2 Prozent, sagte er. Die Quartalszahl wird an diesem Donnerstag veröffentlicht. Auf der positiven Seite sieht der Fed-Chef eine bessere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt als noch im Januar geschätzt. Demnach rechnet die Notenbank jetzt damit, dass die Arbeitslosenrate 2011 zwischen 8,4 und 8,7 Prozent liegen wird. 2013 könnte sie erstmals unter die 7-Prozent-Marke sinken. Zuvor war für dieses Jahr von einer Spanne zwischen 8,8 bis 9,0 Prozent ausgegangen worden. Die Quote liegt derzeit bei 8,8 Prozent.

Ungeachtet der Zinswende in Europa bleibt die Fed daher auf dem geldpolitischen Gaspedal. Die Zentralbanker belassen den Leitzins in der Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent und kaufen weiterhin Staatsanleihen im Milliardenvolumen an. Wie geplant soll das Programm erst im Juni auslaufen. Bis dahin wird die Fed Papiere im Wert von 600 Milliarden Dollar aus dem Markt genommen haben. Man werde jedoch regelmäßig den Umfang und die Zusammensetzung der Wertpapierbestände prüfen.

„Die Inflation hat in den vergangenen Monaten zugenommen, aber längerfristige Inflationserwartungen sind stabil geblieben“, hieß es in einer Erklärung der Notenbank. Dies ermögliche „wahrscheinlich außergewöhnlich niedrige Zinssätze für eine ausgedehnte Zeitperiode“, hieß es weiter. Man werde aber die Inflation „genau beobachten“.

Dollar fällt, Goldpreis steigt

An den Finanzmärkten sorgten die Äußerungen und Entscheidungen für unterschiedliche Reaktionen. Während die US-Aktienmärkte angesichts der moderaten Inflationserwartungen leicht zulegten, verlor der Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen an wert. Für einen Euro müssen Investoren nun 1,4743 zahlen, 0,7 Prozent mehr als gestern. Der Goldpreis legte um über ein Prozent zu und errichte mit 1525,7 Dollar einen neuen Rekordstand.

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  • tja - endlich müssen mal die amis selber anfangen für ihr luxusleben zu arbeiten - schluss damit, dass der rest der welt ihre frühstücke bezahlt.
    So hat die Krise auch ihre guten seiten.
    Müssen sie eben mehr Dollars hergeben für ihre Importe.
    Wie sagte noch sadam hussain: " Es ist schon komisch, die größte Marktwirtschaft der Welt will einfach nicht den Marktpreis fürs Öl bezahlen."
    Aber ich bin sicher, Amerika wird schon ein neues Land zum Ausbeuten und für einen neuen Krieg finden.

  • Staatspleiten sind an sich verkraftbar, da haben Sie recht. Kritsch wird es, wenn sie gehäuft zeitnah auftreten, wenn allen voran, der "Haupabsatzmarkt" (USA) ausfällt, ein hoher finanztechnischer Vernetzungsgrad vorliegt und alle Austauschprozesse "just in time" und nur über Finanztransfers ablaufen, die ausschließlich auf dem Vertrauensvorschuß bzw. auf der Zusage der Banken beruhen, daß Forderungen aus den Einlagenguthaben oder zugesicherten Krediten beglichen werden. Außerdem ist eine hohe Zahl von Ackerbauern, die als Selbst- und Regionalversorger agieren können, ein stabilierendes Element, doch die sind inzwischen bereits fast ausgestorben! Bernake hat die Bankrotterklärung abgegeben, weiter nichts, nur die Masse hat es nicht verstanden. Ich kann mich nicht erinnern, daß in den letzten 20 Jahren regelmäig zu Ostern einzelne Kaftstoffsorten signifikant "nicht verfügbar" waren...

  • Die Geschichte lehrt die Menschen,
    daß die Geschichte die Menschen NICHTS lehrt.......

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